Entschädigungen Angehörige der Germanwings-Opfer bereiten Klage in den USA vor

Der Absturz der Germanwings-Maschine könnte die US-Justiz beschäftigen: Angehörige der Todesopfer wollen einem Zeitungsbericht zufolge in den USA per Klage klären lassen, warum der Pilot fliegen durfte.

Gedenkort in Le Vernet: Die Lufthansa steht wegen angeblich zu geringer Zahlungen in der Kritik
Getty Images

Gedenkort in Le Vernet: Die Lufthansa steht wegen angeblich zu geringer Zahlungen in der Kritik


Der Streit um Entschädigungszahlungen für die Hinterbliebenen von Absturzopfern des Germanwings-Fluges 4U9525 soll vor ein US-Gericht. Wie die "Bild am Sonntag" berichtet, will ein Anwalt der Hinterbliebenen dort feststellen lassen, warum der Co-Pilot trotz psychischer Erkrankung überhaupt fliegen durfte.

Der Germanwings-Airbus war am 24. März auf seinem Flug von Barcelona nach Düsseldorf in ein Bergmassiv in den französischen Alpen gestürzt. Nach Überzeugung der Ermittler hatte der Co-Pilot die Maschine absichtlich auf Crashkurs gelenkt und 149 Menschen mit in den Tod gerissen.

"Wir bereiten eine Klage in den USA vor und sehen gute Chancen für einen Gerichtsstand in den Vereinigten Staaten", zitiert die Zeitung den Rechtsanwalt vieler Opferfamilien, Elmar Giemulla. Dort wolle man mithilfe des dortigen außergerichtlichen Systems feststellen lassen, wie es zu dem Unglück kommen konnte.

In den USA erhalten Hinterbliebene laut "Bild am Sonntag" in der Regel das Zehnfache der in Deutschland üblichen Summen. Die Angehörigen hatten das Entschädigungsangebot der Lufthansa in Höhe von 25.000 Euro pro Opfer als zu niedrig abgelehnt.

Der Anwalt von Germanwings hatte die Zahlungen der Lufthansa zuletzt verteidigt - und vor einer Klage in den USA gewarnt.

apr

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 234 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
KJB 09.08.2015
1. Wers glaubt
Um Aufklärung geht es sicherlich nicht wenn man in diesem Fall versucht in den USA zu klagen. Hier geht es einzig und allein um Gier. Ein den Todesopfern unwürdiges Theater um große Geldschecks.
skyrunner 09.08.2015
2. Usa?
Europäisches Flugzeug unter deutscher Flagge, abgestürzt in Frankreich auf dem Weg von Spanien nach Deutschland. Da drängen sich die USA als juristischer Austragungort natürlich förmlich auf.
greks4it 09.08.2015
3. Sehr inhaltsreich...
...hinsichtlich der Frage, was die amerikanische Justiz damit zu tun hat, wenn ein deutsches Flugzeug in Frankreich abstürzt. Vielleicht findet sich ja auch jemand, der Burkina Faso als Gerichtsstand bevorzugen würde. Oder dann doch vielleicht lieber Mallorca ?
wittchen2000 09.08.2015
4.
Naja, worum es dabei wirklich geht ist nicht so sehr "Recht" sondern die ungleich höheren Schmerzensgelder und "Entschädigungen" die in U.S.-Gerichtsverfahren möglich sind. Man kann nur hoffen dass das nicht durchkommt, das Rechtssystem in den U.S.A. ist was das angeht wirklich grausam – wir müssen alles tun was in unserer Macht steht um eine "amerikanisierung" Europäischer Gerichte zu verhindern. Man erinnere sich nur an den kürzlichen Fall Arzberger.
heiko1977 09.08.2015
5.
Könnte man mal bitte klären warum Germanwings nun vor ein US-Gericht gezerrt werden kann? Sitz des Unternehmens ist Köln Deutschland somit sind deutsche Gerichte zuständig, oder irre ich mich?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.