• Drucken
  • Senden
  • Feedback
 

Gescheiterter Terrorbomber Abdulmutallab Mit einem Lächeln zur Anklageverlesung

Vereitelter Anschlag auf US-Flugzeug: Aufregung in Detroit
Fotos
AFP

2. Teil: "Sehr aufgeweckt, intelligent und höflich"

Die meisten Analysten sind bislang davon ausgegangen, dass al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel sich eher als regional agierende Terrororganisation sieht. Abdulmutallabs Einsatz könnte nun den ersten internationalen Anschlagsversuch der Truppe darstellen.

Bisher ist kein Bekennerschreiben zu dem Anschlagsversuch aufgetaucht. Allerdings liegt eine Meldung des Washingtoner IntelCenters vor: Derzufolge sagte ein Mann, der am 21. Dezember oder kurz zuvor im Namen von al-Qaida im Jemen auftrat: "Wir tragen eine Bombe, um die Feinde Gottes zu treffen." Das IntelCenter ist ein privates Institut, das sich auf die Beobachtung von Terrorbotschaften spezialisiert hat und zu dessen Kunden auch Regierungsbehörden verschiedener Staaten zählen.

Abdulmutallabs Biografie lässt keine Rückschlüsse auf mögliche Qaida-Verbindungen zu. Allerdings wurde nun bekannt, dass der 23-Jährige bereits mehrere Male durch seine starke ideologische Prägung aufgefallen ist. Abdulmutallabs Vater habe die US-Behörden laut einem nigerianischen Zeitungsbericht schon vor Monaten vor den radikal-islamischen Überzeugungen seines Sohnes gewarnt. Alhaji Umaru Mutallab, ein angesehener Bankier und ehemaliger nigerianischer Minister, sei über die zunehmende Radikalität seines Sohnes so besorgt gewesen, dass er im Sommer die US-Botschaft in Ajuba und nigerianische Sicherheitsvertreter informiert habe, berichtete "This Day" am Samstag unter Berufung auf Angehörige. Umso erstaunter sei der Vater dann gewesen, als sein Sohn Umar Faruk ein US-Visum erhalten hat.

Abdulmuttalab, das jüngste von 16 Kindern

In Großbritannien wurde Abdulmuttalab wegen Sicherheitsbedenken die Einreise verweigert, seinen Antrag auf ein Visum lehnten die Behörden ab. Der junge Mann durfte sich von 2005 bis 2008 in Großbritannien aufhalten, weil er am University College in London Maschinenbau studierte. Als er im vergangenen Mai für einen weiteren sechsmonatigen Maschinenbaukurs nach London zurückkehren wollte, wurde das College von den Behörden nicht mehr anerkannt, bestätigte ein Regierungsvertreter einen Bericht der "Sunday Times".

Abdulmuttalab ist das jüngste von 16 Kindern. Er besuchte die British International School in der togolesischen Hauptstadt Lomé. Später studierte er Maschinenbau, wohnte in London in einem Haus seiner Familie. Auch an der British School fiel Abdulmuttalab offenbar durch seine religiösen Ansichten auf. Wegen seiner anhaltenden Reden über den Islam gaben seine Klassenkameraden ihm den Spitznamen "Alfa", Gelehrter, berichtet "This Day" . Dem Blatt zufolge zog Abdulmuttalab nach Ende seiner Londoner Studien 2008 nach Ägypten und Dubai. Dort brach er alle Verbindungen zu seiner Familie ab.

Michael Rimmer, ein ehemaliger Lehrer Abdulmutallabs, sagte der BBC, dass der Junge sich schon als Jugendlicher positiv über das afghanische Taliban-Regime geäußert habe. "Während meine anderen muslimischen Schüler die Taliban für einen Haufen von Spinnern hielten, fand er sie ganz in Ordnung", sagte Rimmer. Dennoch sei Abdulmuttalab ein "Traumschüler" gewesen: "sehr aufgeweckt, intelligent, talentiert, enthusiastisch und höflich". Alle hätten ihm eine große Karriere vorhergesagt - nun habe er sein Leben ruiniert.

Mit Material der Agenturen

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live
insgesamt 29 Beiträge
straff&locker 27.12.2009
Wow. Der dritte Thread zum selben Thema, die dadurch nicht intressanter wird. Für mich ist die Tat inszeniert, es klingt einfach zu sehr nach schlechten Krimi. Man sollte sich doch den dringlicheren Problemen widmen.
Wow. Der dritte Thread zum selben Thema, die dadurch nicht intressanter wird. Für mich ist die Tat inszeniert, es klingt einfach zu sehr nach schlechten Krimi. Man sollte sich doch den dringlicheren Problemen widmen.
Wattläufer 27.12.2009
Das wäre ihm bei der Einreise nach Deutschland nicht passiert. Die Einreise nach Deutschland hätte ebenfalls reibungslos geklappt. Die FRAPORT - Einreise"kontrolle" kennt man ja... Wer da nicht durchkommt ist selber [...]
Zitat von sysop.... - wegen Sicherheitsbedenken wurde ihm die Einreise nach Großbritannien verweigert. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,669113,00.html
Das wäre ihm bei der Einreise nach Deutschland nicht passiert. Die Einreise nach Deutschland hätte ebenfalls reibungslos geklappt. Die FRAPORT - Einreise"kontrolle" kennt man ja... Wer da nicht durchkommt ist selber Schuld ;- Ich bin immer wieder fassungslos wie einfach die Einreise nach Deutschland ist. Warum wird nicht bei Überseeflügen vor Abflug kontrolliert ? Warum werden die Airlines nicht stärker kontrolliert ? Warum wird im Flugsteig nicht ständig kontrolliert ? Und wehe ein Deutscher BuPol fasst eine Muslima an.... Im Musterland DK bei mir hier oben passen die besser auf.
nurEinGast 27.12.2009
tjo. So ist das eben. Wenn er schuldig ist wird er wohl verurteilt werden. Und wenn er verurteilt worden ist, wird er wohl bis an sein lebensende im Gefängnis sitzen, quasi lebendig begraben. So oder so- die Welt wird ihn bald [...]
Zitat von sysopNeue Spuren im Terrorplot von Detroit: Der Angeklagte Abdulmutallab behauptet, den Sprengstoff für sein Flugzeugattentat von einem Qaida-Bombenbauer erhalten zu haben. Der 23-Jährige war Ermittlern bekannt - wegen Sicherheitsbedenken wurde ihm die Einreise nach Großbritannien verweigert. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,669113,00.html
tjo. So ist das eben. Wenn er schuldig ist wird er wohl verurteilt werden. Und wenn er verurteilt worden ist, wird er wohl bis an sein lebensende im Gefängnis sitzen, quasi lebendig begraben. So oder so- die Welt wird ihn bald vergessen haben. Nur er wird vielleicht irgendwann, während er auf seinen Tod wartet, anfangen zu begreifen wie bedeutungslos sein leben eigentlich war. Wie auch immer- gleich gibts Mittagessen. Mahlzeit!
tomrobert 27.12.2009
Die wußten daß der Mann dem radikal teroristischen Umfeld zuzuordnen ist und haben trotzdem ein Visum erteilt. Wie soll man sich da noch schützen , wenn schon im Vorfeld alle versagen? Der "Ottonormalbürger "wird [...]
Die wußten daß der Mann dem radikal teroristischen Umfeld zuzuordnen ist und haben trotzdem ein Visum erteilt. Wie soll man sich da noch schützen , wenn schon im Vorfeld alle versagen? Der "Ottonormalbürger "wird gescannt wie ein Preisschild bei Lidl. Und so einer , der bekannt ist wie ein bunter Hund , der darf mal eben ne Bombenmischung ins Flugzeug mitnehmen. Ojeh Ohje!!
Von wem inszeniert? Vom internationalen Zionismus? Oder was ist ihre VT? Langsam sollte man drüber nachdenken, auch Leute wie sie mal den entsprechenden Behörden zu melden.
Zitat von straff&lockerWow. Der dritte Thread zum selben Thema, die dadurch nicht intressanter wird. Für mich ist die Tat inszeniert, es klingt einfach zu sehr nach schlechten Krimi. Man sollte sich doch den dringlicheren Problemen widmen.
Von wem inszeniert? Vom internationalen Zionismus? Oder was ist ihre VT? Langsam sollte man drüber nachdenken, auch Leute wie sie mal den entsprechenden Behörden zu melden.
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Panorama
alles aus der Rubrik Justiz
alles zum Thema Attentat von Detroit 2009

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




PDF-Download





TOP



TOP