Tod von Löwe Cecil US-Behörde ermittelt gegen Zahnarzt

Die umstrittene Tötung eines Löwen in Simbabwe könnte für einen US-Zahnarzt in seiner Heimat juristische Folgen haben. Die für Artenschutz zuständige Behörde hat Ermittlungen gegen den Großwildjäger Walter P. eingeleitet.

Löwe Cecil (Archiv): Ermittlungen nach tödlicher Jagd auf das Tier
AP/Wildlife Conservation Research Unit

Löwe Cecil (Archiv): Ermittlungen nach tödlicher Jagd auf das Tier


Jetzt schalten sich auch US-Ermittler in den Fall des getöteten Löwen Cecil aus Simbabwe ein. Der Zahnarzt aus dem Bundesstaat Minnesota, der den beliebten Löwen aus dem Hwange-Nationalpark erschossen hat, muss sich möglicherweise in seiner Heimat für die Großwildjagd verantworten.

Die für Artenschutz zuständige Behörde des Innenministeriums leitete nach eigenen Angaben Ermittlungen gegen Walter P. ein. Der US Fish and Wildlife Service (UWFWS) rief ihn auf, sich umgehend mit der Behörde in Verbindung zu setzen.

Nach der großen Empörung über den Tod von Cecil ist der Zahnarzt untergetaucht. Vor seiner geschlossenen Praxis wurden Plüschtiere abgelegt, an der Tür prangte ein Schild mit der Aufschrift "Verrotte in der Hölle". P. hatte in einer Erklärung die Tötung von Cecil bedauert. Er habe nicht gewusst, dass der Löwe der Liebling der Parkbesucher und Teil eines Forschungsprojekts der Universität Oxford gewesen sei.

Schon einmal wegen Wilderei verurteilt

Cecils Kadaver war Anfang des Monats außerhalb des Hwange-Nationalparks entdeckt worden. Der Kopf des Löwen fehlte, sein Fell war abgezogen. Nach Angaben der Natur- und Tierschutzorganisation Zimbabwe Conservation Task Force (ZCTF) hatte P. den Jagd-Organisator Theo B. für die Suche nach einer Trophäe angeheuert. Gemeinsam sollen sie Cecil in einer nächtlichen Aktion mithilfe eines an ihrem Wagen befestigten toten Tiers aus dem Nationalpark gelockt haben.

Zunächst versuchte P. demnach vergeblich, das Tier mit Pfeil und Bogen zu erlegen. Cecil konnte fliehen, doch seine Verfolger spürten ihn wieder auf und erschossen ihn. Die Aktion löste unter Tierschützern und im Internet einen Sturm der Entrüstung aus. Mit einer Online-Petition namens "Fordere Gerechtigkeit für Cecil, den Löwen in Simbabwe" wurden bislang mehr als 800.000 Unterschriften gesammelt.

B. wurde in Simbabwe angeklagt, weil er eine "illegale Jagd nicht verhindert" habe. Er kam gegen Zahlung einer Kaution von 1000 Dollar vorläufig auf freien Fuß, muss sich aber dreimal wöchentlich bei der Polizei melden und seinen Pass abgeben. Seinem Mitangeklagten Honest N., auf dessen Gelände Cecils Kadaver gefunden wurde, wirft das Gericht vor, die "illegale Jagd zugelassen zu haben".

Der wohlhabende Zahnarzt P. ist in Jägerkreisen als Experte für die Armbrust-Jagd auf Großwild bekannt. Nach der Jagd auf einen Schwarzbären in den USA war er 2008 wegen Wilderei verurteilt worden. Er gab damals zu, die Behörden über den Abschussort belogen zu haben.

Video: US-Zahnarzt wird zur Hassfigur

wit/AFP/dpa



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