Getöteter Student Polizisten schossen von hinten auf Tennessee Eisenberg

Regensburger Polizisten erschossen den Studenten Tennessee Eisenberg mit zwölf Kugeln - angeblich aus Notwehr. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren ein, doch nach Informationen des SPIEGEL belegt nun ein Polizeivideo, dass die ersten Schüsse auf den 24-Jährigen von hinten abgegeben wurden.

Von


Hamburg - Bei den Schüssen auf den Regensburger Studenten Tennessee Eisenberg wird Notwehr als Ursache immer unwahrscheinlicher. Eisenberg war vor genau einem Jahr am Fuß der Treppe vor seiner Wohnung von zwölf Polizeikugeln tödlich getroffen worden.

Er war in den Minuten zuvor auf einen Mitbewohner und fünf Beamte mit einem Küchenmesser zugegangen. Die Staatsanwaltschaft Regensburg hatte die Ermittlungen gegen die Polizisten wegen Totschlags eingestellt, da die Beschuldigten in Notwehr gehandelt hätten.

Aus einem Polizeivideo, auf dem der nachgestellte Einsatz aufgezeichnet ist, ergeben sich jedoch ganz andere Indizien. So wurden die ersten drei Schüsse von hinten auf Eisenberg abgegeben. In dem Filmabschnitt erklären ein Gutachter des Landeskriminalamts und ein Schussexperte übereinstimmend, dass der Student in diesem Moment nicht, wie Zeugen angaben, mit dem Messer vor einem in die Ecke gedrängten Kollegen stand, sondern offenbar die Treppe wieder hinaufgehen wollte.

Tennesse Eisenberg hatte, das ergeben laut den Sachverständigen die Schusskanäle, offenbar schon ein Bein auf der untersten Stufe. Die erste Polizeikugel schlug neben der Schulter in der Wand ein, die zweite durchschlug von hinten sein Knie und landete in der Treppe, eine dritte Kugel traf ihn seitlich von hinten am Oberarm. Danach drehte sich der Student zu den Beamten um und wurde Sekunden später von Schüssen in den Oberkörper gestoppt.

Im Abschlussbericht der Staatsanwaltschaft spielt die Position am Fuß der Treppe keine Rolle. Die Ermittler glauben an die Version der beteiligten Polizisten.

Der Anwalt der Familie Eisenberg, Helmut von Kietzell, reichte aufgrund des Videos vergangenen Montag beim Oberlandesgericht Nürnberg ein Klageerzwingungsverfahren ein.

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 103 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Transmitter, 30.04.2010
1. Die Nazis sind los!
Zitat von sysopRegensburger Polizisten erschossen den Studenten Tennessee Eisenberg mit zwölf Kugeln - angeblich aus Notwehr. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren ein, doch nach Informationen des SPIEGEL belegt nun ein Polizeivideo, dass die ersten Schüsse auf den 24-Jährigen von hinten abgegeben wurden. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,692300,00.html
Klare Sache! Das war staatlich angewiesener Mord und der Beginn eines neuen Holocaust. Schließlich war Eisenberg Jude, oder nicht?
unente, 30.04.2010
2. Strafvereitelung im Amt
Staatsanwalt entlassen - Fall neu aufrollen - "Polizisten" und Ex-Staatsanwalt anklagen - Prozess!
Müller Karl 30.04.2010
3. Reihenfolge
@ Redaktion: Auf welcher Grundlage wurde denn die Reihenfolge der Treffer festgelegt? MfG Karl Müller
sagenhaft 30.04.2010
4. Auf der Flucht erschossen
---Zitat--- *Getöteter Student Polizisten schossen von hinten auf Tennessee Eisenberg * Hamburg - Bei den Schüssen auf den Regensburger Studenten Tennessee Eisenberg wird Notwehr als Ursache immer unwahrscheinlicher. ---Zitatende--- Als Frau würde ich im harten Durchgreifen Rückschlüsse auf die wahre Größe eines Landes und seiner Führungselite ziehen . Schließlich war Hitler bei der Weiblichkeit auch außerordentlich beliebt :Huch Ein Mord durch die Gestapo mehr oder weniger war immer locker drin - natürlich heute alles längst verboten . Deutschland, Deutschland - gings da noch weiter ?
Viper2024, 30.04.2010
5. Nichts Neues
Wenn ein Oberst der Bundeswehr über 100 Zivilisten ungestraft ermorden lassen darf (die US Piloten hingegen wurden bestraft - weil sie den Befehl ausführten), warum sollen nicht auch mal Polizisten über die Stränge schlagen und ab und an einen Studenten ermordern. Hat in der Bundesrepubik zeigt Benno Ohnesorg doch ohnehin Tradition - das Töten und der Freispruch.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.