BKA-Bericht Mehr als 100.000 Frauen von Gewalt in Partnerschaften betroffen

Kommt es in Partnerschaften zu Gewalt, sind die Opfer in mehr als 80 Prozent der Fälle weiblich. Das Bundeskriminalamt hat nun neue Zahlen präsentiert - sie belegen einen beängstigenden Trend.


Mehr als 100.000 Frauen pro Jahr werden in Deutschland Opfer von Gewalt in der Partnerschaft. Das geht aus jetzt veröffentlichten Zahlen des Bundeskriminalamts (BKA) für das Jahr 2015 hervor. Der mit Abstand größte Teil der Gewalttaten gegen Frauen in Partnerschaften fällt unter die Rubrik "vorsätzliche einfache Körperverletzung" (65.800 Fälle). Es folgen Bedrohungen, gefährliche Körperverletzungen und Stalking - sowie Mord und Totschlag in 331 Fällen.

Gewalt in Partnerschaften betrifft zu 82 Prozent Frauen. Insgesamt, also Gewalt gegen Männer und Frauen zusammengezählt, wurden 2015 rund 127.000 solcher Fälle verzeichnet. Seit 2012 ist die Zahl damit um 5,5 Prozent gestiegen.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig sagte dazu: "Wir brauchen diese Zahlen, denn sie helfen dabei, häusliche Gewalt sichtbar zu machen." Notwendig seien vor allem Maßnahmen zur Prävention. "Häusliche Gewalt gegen Frauen, gegen Männer, gegen Kinder ist keine Privatsache. Es ist eine Straftat - und sie muss entsprechend verfolgt werden", so die SPD-Politikerin.

BKA-Präsident Holger Münch sprach von einem "nicht unerheblichen Dunkelfeld". Opfer häuslicher Gewalt empfänden ihre Situation oft als ausweglos, deshalb machten sie sich nicht bemerkbar. Schwesig und Münch warben für das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" (08000 116 016). Dort wird Betroffenen eine 24-Stunden-Beratung angeboten: kostenlos, anonym und in 15 Sprachen.

mxw/dpa

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