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04. Dezember 2012, 20:56 Uhr

Rosenheim

Gewalttätiger Polizeichef akzeptiert Urteil nicht

Das Landgericht Traunstein hatte den suspendierten Rosenheimer Polizeichef wegen Schlägen auf einen gefesselten Jugendlichen verurteilt. Die Bewährungsstrafe von elf Monaten will der Mann jedoch nicht hinnehmen und legt Revision beim Bundesgerichtshof ein.

Traunstein - Der frühere Rosenheimer Polizeichef, der wegen vorsätzlicher Körperverletzung im Amt verurteilt worden war, legte über seinen Anwalt Revision gegen das Urteil des Traunsteiner Landgerichts ein. Damit landet der Fall beim Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe.

Sein Verteidiger hatte nach dem Urteilsspruch gesagt: "Ich denke, wir könnten damit leben." Denn bei Rechtskraft des Urteils wäre der Polizist - wenn auch knapp - an der Amtsenthebung vorbeigeschrammt. Erst bei einer Haftstrafe von mindestens einem Jahr wird ein Beamter automatisch seines Amtes enthoben. Die Anklage hatte im Prozess eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten gefordert. Doch sein Mandant wolle "das Urteil einer Überprüfung unterziehen", teilte der Anwalt mit.

Während der 51-Jährige die nächste Instanz anruft, akzeptiert die Staatsanwaltschaft das aus ihrer Sicht milde Urteil. "Wir werden unabhängig vom Verhalten der Verteidigung keine Revision beantragen", sagte der Sprecher der Traunsteiner Staatsanwaltschaft.

Die Richter zeigten sich überzeugt davon, dass der leitende Polizeibeamte im Herbst 2011 den Kopf eines gefesselten 15-Jährigen auf der Wache des Rosenheimer Volksfestes mindestens zweimal gegen die Wand schlug und das Opfer auch noch trat und ohrfeigte.

mia/dpa

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