Urteil in Gießen Lebenslange Haft für Dreifachmörderin

Für die Taten gab es keine Zeugen, aber die Beweise reichten für eine Verurteilung aus: Das Landgericht Gießen hat eine Frau wegen dreifachen Mordes zur Höchststrafe verurteilt.

Die Angeklagte (Mitte) mit ihren Anwälten Bernd Scheske (links) und Henning Cwik im Landgericht Gießen (Archiv)
DPA

Die Angeklagte (Mitte) mit ihren Anwälten Bernd Scheske (links) und Henning Cwik im Landgericht Gießen (Archiv)


Eine Frau ist in Gießen zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden, weil sie drei Menschen getötet hat. Nach einem Indizienprozess stellte das Landgericht zudem die besondere Schwere der Schuld fest und ordnete Sicherungsverwahrung für die 36-Jährige an. Das schließt eine vorzeitige Haftentlassung aus. Das Motiv der Frau sei Habgier gewesen.

Sie hatte nach Überzeugung des Gerichts im April 2016 einen 79-jährigen Zauberkünstler in Gießen umgebracht und bestohlen. Um die Taten zu verdecken, soll sie Feuer gelegt haben. Im folgenden Mai ermordete die Angeklagte zudem laut Kammer in Düsseldorf eine 86-Jährige und deren 58 Jahre alte Tochter. Mit den gestohlenen EC-Karten der Opfer soll sie dann Geld abgehoben haben. Die Angeklagte schwieg zu den Vorwürfen.

Die Staatsanwaltschaft hatte die Angeklagte im Prozess als eine auf den ersten Blick "sympathisch wirkende" Frau bezeichnet. Bei genauer Betrachtung sei sie aber eine Serienmörderin, die drei Menschen aus Habgier "eiskalt ermordet" habe. Sie stand seit einem Jahr vor Gericht.

Das Gericht verließ sich in seinem Urteil auf Indizien, weil es keine Zeugen für die Taten gibt. Mit ihrem Urteil schloss sich die Kammer der Forderung der Staatsanwaltschaft an. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert.

bbr/dpa



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