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Gekidnappter Unternehmersohn

Prozess gegen mutmaßlichen Würth-Entführer gestartet

Im Sommer 2015 wurde der behinderte Sohn des Milliardärs Reinhold Würth entführt. In Gießen läuft nun der Prozess gegen den bislang einzigen Beschuldigten - der bestreitet die Tat.

DPA

Angeklagter im Landgericht Gießen

Dienstag, 11.09.2018   10:06 Uhr

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Vor dem Landgericht Gießen hat der Prozess gegen den mutmaßlichen Entführer eines Milliardärssohns begonnen. Am kurzen ersten Verhandlungstag wurde lediglich die Anklage verlesen. Ob der Angeklagte aussagen wird, ist nach Angaben der Verteidigung offen. Nach seiner Festnahme im März hatte der 48-Jährige die Tat bestritten, ihm droht eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren.

Die Ermittler werfen dem Angeklagten erpresserischen Menschenraub vor. Er soll mit bislang unbekannten Mittätern den behinderten erwachsenen Sohn des baden-württembergischen Unternehmers Reinhold Würth im Juni 2015 im osthessischen Schlitz entführt und drei Millionen Euro Lösegeld gefordert haben. Die Übergabe scheiterte aber, das Opfer kam unversehrt frei.

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Der 48-Jährige war der Anklageschrift zufolge derjenige, der Kontakt zur Familie von Markus Würth aufgenommen und die Lösegeldforderung gestellt hatte. Das Opfer lebte in einer integrativen Wohngemeinschaft in Schlitz und wurde von dort entführt.

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"Hofgut Sassen" in Schlitz (Archivbild)

Nach der gescheiterten Geldübergabe soll der 48-Jährige den Aufenthaltsort des damals 50-jährigen Entführungsopfers preisgegeben haben. Der Mann wurde in einem Wald bei Würzburg an einen Baum gekettet gefunden. Motiv für die Tat sollen Geldprobleme gewesen sein.

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Auf die Spur des nun angeklagten Serben waren die Ermittler gekommen, nachdem sie in einer Öffentlichkeitsfahndung eine Tonbandaufnahme seiner Stimme veröffentlicht hatten. Eine Frau erkannte darin einen Handwerker wieder, der bei ihr gearbeitet hatte. Experten ordnen die Aufnahme mit an "Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" dem Verdächtigen zu.

mxw/dpa

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