Niedersachsen Ehepaar soll Kinder in Wohngruppe missbraucht haben

Ein Ehepaar, das eine Wohngruppe für hilfebedürftige Menschen in Niedersachsen geleitet hat, soll die Bewohner über Jahre missbraucht haben. Die Anzeige eines mutmaßlichen Opfers stieß die Ermittlungen an.


Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ein Ehepaar aus dem Raum Gifhorn, das über Jahre hilfebedürftige Menschen missbraucht und misshandelt haben soll. Die bislang bekannten Fälle liegen offenbar mehr als zehn Jahre zurück, die Betroffenen sollen sich damals überwiegend noch im Kindesalter befunden haben.

Das Paar war demnach seit etwa 25 Jahren für eine Wohngruppe für hilfebedürftige Menschen zuständig. Der als Haupttäter beschuldigte Mann soll vier weibliche Mitglieder der Gruppe zwischen 1998 und 2007 sexuell missbraucht und misshandelt haben. Seine Frau soll sich in einem Fall an den Misshandlungen beteiligt und in vier Fällen nichts gegen die Misshandlungen unternommen haben.

Beide kamen in Untersuchungshaft. Laut Staatsanwaltschaft begannen die Ermittlungen in dem Fall im Januar, nachdem eine Frau, die ehemals in der Wohngruppe lebte, bei der Polizei Anzeige erstattet hatte.

Bei Durchsuchungen fanden sich demnach Beweismittel wie Datenträger, die ihre Aussagen untermauern. Speichermedien mit einem Volumen von mehr als 90 Terabyte wurden beschlagnahmt. Die Auswertung werde voraussichtlich Monate dauern, hieß es.

Die Ermittler wollen nun alle früheren Bewohner der Wohngruppe namhaft machen und als Zeugen vernehmen. Laut Staatsanwaltschaft ist nicht auszuschließen, dass sich durch die Ermittlungen Hinweise auf weitere Straftaten der Beschuldigten ergeben werden.

In der Gruppe wohnten außer Kindern, die nicht bei ihren Eltern leben konnten, auch Menschen mit Behinderung. 30 Beamte sind mit den Ermittlungen beschäftigt.

fek/dpa/AFP



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