Prozess in Berlin Lohfink bricht in Tränen aus - Richterin rügt Verteidiger

Der Verhandlungstag im Berliner Lohfink-Prozess ist schon nach kurzer Zeit unterbrochen worden: Das angeklagte Model weinte beim Anblick des umstrittenen Sexvideos - die Richterin reagierte sofort.

Angeklagte Lohfink mit Verteidigern vor Gericht
REUTERS

Angeklagte Lohfink mit Verteidigern vor Gericht


Im Verfahren gegen Gina-Lisa Lohfink ist das angeklagte Model vor Gericht in Tränen ausgebrochen. Als die Richterin ein Sexvideo zur Beweisaufnahme - den Laptopmonitor vom Publikum abgewandt - anschauen ließ, blieb Lohfink zunächst auf ihrem Platz, dann holte ihr Anwalt sie dazu. "Es ist wirklich schlimm, was hier mit mir gemacht wird", sagte sie und weinte.

Richterin Antje Ebner rügte daraufhin den Anwalt: "Sehen Sie nicht, dass Ihre Mandantin emotional überfordert ist? Warum müssen Sie Ihre Mandantin so vorführen?" Die Verhandlung wurde für zehn Minuten unterbrochen. Die frühere "Germany's next Topmodel"-Kandidatin muss sich vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten wegen falscher Verdächtigung verantworten, weil sie zwei Männer der Vergewaltigung beschuldigt (Lesen Sie hier alle Hintergründe des Falls).

Im Laufe des Tages soll auch einer der beiden von Lohfink beschuldigten Männer als Zeuge gehört werden. Der 32-jährige Sebastian C. war lange nicht auffindbar und tauchte kurz vor der Verhandlung überraschend auf. Die Vergewaltigungsvorwürfe gegen die beiden Männer hatten sich in früheren Ermittlungen nicht bestätigt.

In dem Verfahren muss das Amtsgericht Tiergarten die Frage klären, ob Gina-Lisa Lohfink Pardis F. und Sebastian C. zu Unrecht der Vergewaltigung beschuldigt hat. Die beiden Männer hatten im Juni 2012 Sex mit Lohfink und machten Filmaufnahmen davon. Teile der Videos kursieren seit Jahren im Internet. In einigen Sequenzen ist zu sehen, wie Lohfink "Nein" und "Hör auf" sagt.

Die Staatsanwaltschaft hält Lohfinks Vergewaltigungsvorwurf für unbegründet. Es handele sich um einvernehmlichen Geschlechtsverkehr. Demnach bezogen sich Lohfinks Worte "Nein" und "Hör auf" auf das Filmen. Ende 2015 bekam Lohfink einen Strafbefehl über 24.000 Euro wegen falscher Verdächtigung. Weil das Model nicht zahlen wollte, steht es nun vor Gericht.

Anwalt von Gina-Lisa Lohfink

mxw/dpa

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