Eklat um Sexvideo Gina-Lisa Lohfink verlässt mit Anwälten Gerichtssaal

Weil das Gericht ihr Sexvideo anschauen wollte, ohne die Öffentlichkeit auszuschließen, hat das Model Gina-Lisa Lohfink den Gerichtssaal verlassen. Das Publikum hätte die Aufnahmen nicht sehen können.

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Im Prozess gegen das Model Gina-Lisa Lohfink ist es zu einem Eklat gekommen. Lohfink und ihre Verteidiger verließen am Nachmittag empört den Verhandlungssaal im Amtsgericht Berlin-Tiergarten. Zur Begründung hieß es von ihnen, das Gericht habe die Öffentlichkeit bei einer geplanten Anschauung eines Sexvideos mit Lohfink nicht ausschließen wollen.

Die Richterin hatte zuvor Filmsequenzen auf einem Laptop, abgewandt vom Publikum und ohne Ton, ansehen wollen. Der Bildschirm wäre für das Publikum im Saal und die Presse nicht sichtbar gewesen. Zuvor waren Zeugen gehört worden.

In dem Prozess geht es um die Frage, ob die ehemalige "Germany's next Topmodel"-Kandidatin zwei Männer zu Unrecht der Vergewaltigung bezichtigt hatte. Die 29-Jährige sagte am Rande des Prozesses dazu unter Tränen: "Ich kann Frauen helfen und schützen - was mir passiert ist, kann auch jeder normalen Frau passieren." Sie ziehe keine Show ab. "So eine gute Schauspielerin kann man gar nicht sein."

Für die Verbreitung des Sexvideos mit Lohfink waren die Männer verurteilt worden, der Vorwurf der Vergewaltigung erhärtete sich damals laut Gericht nicht. Lohfink sollte wegen falscher Verdächtigung 24.000 Euro Strafe zahlen. Weil sie das nicht akzeptierte, steht sie nun vor Gericht.

Interview mit Gina-Lisa Lohfink

Während des Prozesses gegen Lohfink demonstrierten zahlreiche Frauen gegen sexuelle Gewalt. Einige Dutzend Mitglieder der "Initiative für Gerechtigkeit bei sexueller Gewalt" versammelten sich vor dem Amtsgericht.

Die Aktivisten hielten Plakate und Banner hoch mit Parolen wie "No means no - gegen den sexistischen Normalzustand" und "Egal, was ich anziehe, egal, wo ich bin - Ja heißt Ja und Nein heißt Nein".

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Auch eine Femen-Aktivistin demonstrierte im Gerichtsgebäude lautstark für Lohfink:

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung war von mehreren Richtern die Rede. Wir haben den Fehler korrigiert.

apr/dpa

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