Göhrde-Morde Gärtner tötete möglicherweise noch mehr Menschen

Kurt-Werner W. hat nach Überzeugung der Polizei fünf Menschen ermordet - doch womöglich sind das nicht die einzigen Todesfälle, für die der verstorbene Gärtner verantwortlich ist. Die Polizei ermittelt wegen "einer Vielzahl von Taten".

Ermittlungsarbeiten der Polizei in der Göhrde (Archiv: 30.07.1989)
DPA

Ermittlungsarbeiten der Polizei in der Göhrde (Archiv: 30.07.1989)


Der verstorbene Friedhofsgärtner Kurt-Werner W., den die Polizei in Niedersachsen für den gewaltsamen Tod von mindestens fünf Menschen verantwortlich macht, könnte weitere Morde begangen haben.

"Aufgrund des bisherigen Ermittlungsstandes müssen wir von der Möglichkeit einer Vielzahl von Taten in Deutschland und vielleicht auch darüber hinaus ausgehen", sagte Lüneburgs Polizeipräsident Robert Kruse. "Wir müssen daher sicherstellen, dass alle in Frage kommenden Dienststellen eine gründliche Prüfung ihrer Altfälle vornehmen können." Eine entsprechende Clearingstelle wurde bereits in Lüneburg eingerichtet.

Im Dezember hatte die Polizei mitgeteilt, W. sei "mit hoher Wahrscheinlichkeit" der Täter bei den sogenannten Göhrde-Morden, der im Sommer 1989 innerhalb kurzer Zeit zwei Paare tötete. Außerdem wird er mit dem Fall der im selben Jahr spurlos verschwundenen Birgit Meier in Zusammenhang gebracht.

Erst 28 Jahre später wurde die Leiche der Frau am Stadtrand von Lüneburg entdeckt. Das Obduktionsgutachten ergab laut Polizei und Staatsanwaltschaft nun, dass Meier vermutlich erschossen wurde. Zweifelsfrei ist die Todesursache aber nicht mehr festzustellen.

Ein Team um den Bruder Meiers, den ehemaligen Leiter des LKA Hamburg, Wolfgang Sielaff, hatte die sterblichen Überreste der Frau Ende September vergangenen Jahres auf dem Grundstück des lange verdächtigten W. in einem Randbezirk von Lüneburg bei Adendorf entdeckt. W. beging 1993 im Gefängnis mit 40 Jahren Suizid, als er wegen anderer Vorwürfe einsaß.

bbr/dpa



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