Lüneburg Göhrde-Doppelmorde nach 28 Jahren aufgeklärt

Im Sommer 1989 wurden im niedersächsischen Staatsforst Göhrde innerhalb weniger Wochen zwei Paare ermordet. Nun ist der mysteriöse Mordfall offenbar aufgeklärt.

Wegweiser im Staatsforst Göhrde (Niedersachsen)
DPA

Wegweiser im Staatsforst Göhrde (Niedersachsen)


Die Polizei hält die zwei Doppelmorde in der Nähe von Lüneburg nach fast 30 Jahren für aufgeklärt. Mit neuen Methoden der DNA-Analyse habe die Polizei den Verdacht erhärtet, dass ein längst gestorbener Friedhofsgärtner für die Morde verantwortlich ist, berichtete die "Landeszeitung" in Lüneburg. Die Staatsanwaltschaft bestätigte die übereinstimmende DNA-Untersuchung.

Im niedersächsischen Landstrich Göhrde waren 1989 mitten in der Natur zwei Paare an zwei verschiedenen Tagen ermordet entdeckt worden. Ein Ehepaar aus Hamburg war vor seinem Tod zum Picknick in das Gebiet gefahren, ebenfalls mit dem Auto waren eine Frau aus Uelzen und ihr Begleiter aus Hannover gekommen.

Bei ihrer Entdeckung waren die Leichen nackt gewesen, sexuelle Motive wurden daher nicht ausgeschlossen. Bis zu 50 Beamte waren im Einsatz, fast 2000 Spuren wurden abgearbeitet, rund 5000 Menschen befragt. Doch die Verbrechen blieben bis jetzt ungeklärt.

Zwei Haare

Schon immer hatten die Fahnder zwei für das Verfahren relevante Haare, mit denen sie dem Täter auf die Spur kommen wollten. Erst jetzt hätten neue Analysemethoden den entscheidenden Treffer gebracht, so die "Landeszeitung".

Der verdächtigte Friedhofsgärtner hat sich zwar bereits 1993 das Leben genommen. Nach dem Bericht aber dürfte er einen Komplizen gehabt haben, der noch am Leben ist und für weitere Morde infrage kommt.

Die Ermittler bringen ein fünftes Mordopfer mit dem Gärtner in Verbindung: Vor wenigen Monaten war die Leiche einer ebenfalls 1989 verschwundenen Frau entdeckt worden, für deren Tod die Polizei den damals 40 Jahre alten Mann ebenfalls verantwortlich hält.

jpz/dpa

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