Prozess in den USA Weitere Vorwürfe gegen mutmaßlichen "Golden State Killer"

Der "Golden State Killer" gilt als einer der gefährlichsten Serienmörder der USA. Ein angeklagter Ex-Polizist muss sich nun in Sacramento County in insgesamt 26 Anklagepunkten vor Gericht verantworten.

Anne Marie Schubert (r.), Sacramento County District Attorney
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Anne Marie Schubert (r.), Sacramento County District Attorney


Dem mutmaßlichen "Golden State Killer" in Kalifornien werden neben 13 Morden nun auch mehrere Entführungen zur Last gelegt. In einer gemeinsamen Erklärung der Staatsanwälte von sechs Bezirken hieß es am Dienstag, der Prozess gegen den 72-jährigen Joseph James DeAngelo werde in der kalifornischen Hauptstadt Sacramento geführt. Ein Termin für das Verfahren steht noch nicht fest.

Nach einer Mord- und Vergewaltigungsserie in den Siebziger- und Achtzigerjahren in Kalifornien werden dem früheren Polizisten zahlreiche Verbrechen vorgeworfen, davon sind einige jedoch verjährt. Nach Angaben der Behörden vom Dienstag wird sich DeAngelo aber wegen 13-fachen Mordes verantworten müssen. Neu hinzugekommen sei nun zudem eine Anklage wegen Entführungen in 13 Fällen (alle 26 Anklagepunkte können Sie hier im Original nachlesen).

DeAngelo wird demnach verdächtigt, 1978 und 1979 vier Frauen in Contra Costa County entführt zu haben. Neun weitere Entführungen soll er in Sacramento County begangen haben, sagte District Attorney Anne Marie Schubert. Ermittler hätten in diesen Fällen zwar keine DNA-Beweise gegen DeAngelo vorliegen. Sie seien aber zuversichtlich, dass die Taten auf ihn zurückgingen - aufgrund der für ihn typischen Vorgehensweise.

DeAngelo war Ende April in einem Vorort im nordkalifornischen Sacramento festgenommen worden. Dort soll er 1978 ein junges Paar ermordet haben. Auch andere Bezirke haben zwischenzeitlich in lange ungeklärten Fällen Anklage erhoben, kürzlich in einem Mordfall in Südkalifornien im Jahr 1975.

Ermittler hatten sich bei ihrer langen Suche nach dem "Golden State Killer" zuletzt auf Plattformen für Ahnenforschung gestützt, die genetische Informationen eines Verwandten enthielten. DNA-Spuren von einem der Tatorte wurden mit genetischen Informationen in Stammbaum-Datenbanken verglichen.

aar/dpa/AP

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