Gotha Rechtsextreme schänden jüdischen Gedenkstein

Rechtsextreme haben in Gotha einen Gedenkstein für eine ehemalige Synagoge geschändet. Die Polizei hat vier Tatverdächtige festgenommen. Sie trugen einen Elektroschocker bei sich.

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Mutmaßliche Rechtsextreme haben einen Gedenkstein für die ehemalige Synagoge im thüringischen Gotha geschändet. Sie hinterließen laut Polizei am Samstag Aufkleber mit eindeutig rechtsextremem Inhalt auf dem Stein.

Die Polizei nahm vier Verdächtige in Tatortnähe fest. Bei der Durchsuchung fanden die Beamten weitere Aufkleber, Sturmhauben und Kopfbedeckungen mit Symbolen verfassungswidriger Organisationen sowie einen Elektroschocker und einen Schlagring.

Am Sonntagabend entdeckte die Polizei bei der Kontrolle einer weiteren Personengruppe erneut Aufkleber mit rechtem Inhalt, zwei der Kontrollierten hatten zudem Reizgas dabei. Gegen die Männer laufen nun Ermittlungen wegen Sachbeschädigung, Verstoßes gegen das Waffengesetz und Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Am Freitagabend hatten auf dem Marktplatz im thüringischen Apolda laut Polizeiangaben etwa 750 Menschen an einem Rechtsrock-Konzert teilgenommen. Dabei nahm sie unter anderem sechs Anzeigen wegen des Verwendens verfassungsfeindlicher Symbole auf. Ein weiteres kurzfristig angemeldetes Rechtsrock-Konzert in Kirchheim wurde am Samstag verboten.

Erst im Juni hatte ein Mann in Gardelegen in Sachsen-Anhalt sogenannte Stolpersteine aus dem Gehweg herausgebrochen und in einen Mülleimer entsorgt. Die Erinnerungssteine sollten an das Schicksal jüdischer Bürger der Hansestadt erinnern.

mje/AFP



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