Prozess um Messerattacke Täter von Grafing muss in Psychiatrie

Er tötete einen Mann und verletzte drei weitere Menschen. Nun ist das Urteil gefallen: Der Messerstecher von Grafing muss in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht werden.

Der Angeklagte und sein Anwalt vor dem Landgericht München
DPA

Der Angeklagte und sein Anwalt vor dem Landgericht München


Im Prozess um den Messerstecher von Grafing hat das Münchner Landgericht ein Urteil gesprochen: Der 28-jährige Paul H. muss in einer Psychiatrie untergebracht werden. Die Richter stuften den Täter als schuldunfähig ein.

Zuvor hatten Staatsanwalt, Verteidiger und die Anwälte der Nebenklage die Unterbringung in einer Psychiatrie gefordert. In seinem Plädoyer bezeichnete der Staatsanwalt die Messerattacke vom Mai 2016 als "Horror". Das Urteil ist rechtskräftig, nachdem alle Verfahrensbeteiligten auf Rechtsmittel verzichteten.

Der Täter hat im Mai 2016 am Bahnhof in Grafing bei München vier Menschen mit einem Messer attackiert. Ein Mann starb. Dass die drei anderen Opfer lebten, sei reiner Zufall, sagte der Staatsanwalt. Der Täter machte nach seiner Festnahme einen verwirrten Eindruck und wurde deswegen in eine psychiatrische Klinik gebracht.

In dem Prozess ging es zuletzt nur noch um die Frage, ob die Tat des zuvor von Sozialhilfe lebenden arbeitslosen Schreiners strafrechtlich geahndet werden kann oder ob er wegen einer psychischen Erkrankung als schuldunfähig eingestuft und in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht wird.

Der gebürtige Hesse H. hatte im Prozess die Taten eingeräumt und seine Wahnvorstellungen geschildert: Er habe gedacht, Deutschland werde von Islamisten überrannt. Um zu überleben, so seine Gedankenwelt, müsse er zum Islam konvertieren und dafür ein Menschenopfer bringen.

asc/dpa/AFP



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