Greifswalder Bodden 23 tote Robben - wurden sie ertränkt?

In der Ostsee sind tote Robben entdeckt worden, offenbar starben sie keines natürlichen Todes. Laut Justiz gibt es "Tatverdächtige im Sinne eines Anfangsverdachts".

Kegelrobben (Archivbild)
DPA

Kegelrobben (Archivbild)


Mehr als 20 tote Kegelrobben sind Ende 2017 im Greifswalder Bodden gefunden worden - nun gibt es Hinweise, dass sie eines nicht natürlichen Todes starben. Nach einer Anzeige des Deutschen Meeresmuseums in der Hansestadt Stralsund befasst sich nun die Staatsanwaltschaft mit dem Fall, wie die "Ostsee-Zeitung" berichtet. Ermittelt werde wegen des möglichen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und das Bundesnaturschutzgesetz.

Das Meeresmuseum in Mecklenburg-Vorpommern erstattete dem Bericht zufolge Strafanzeige. Die Staatsanwaltschaft betonte, in alle Richtungen zu ermitteln, teilte aber mit: "Es gibt Tatverdächtige im Sinne eines Anfangsverdachts."

Laut der "Ostsee-Zeitung" wurden 23 Robben im Umkreis von fünf Kilometern gefunden. Das sei knapp ein Viertel des Bestandes in den Vorpommerschen Boddengewässern.

Labor-Untersuchungen hätten ergeben, dass die äußerlich unversehrten Tiere weder an Viren, Bakterien oder Giften verendet waren, sagte der Kurator für Meeressäuger, Michael Dähne. Nach der Ausschlussmethode komme nur ein akutes Herz-Kreislaufversagen in Betracht, vermutlich verursacht durch Ertrinken, sagte Dähne. Als Meeressäuger müssen die Robben zum Atmen immer wieder an die Wasseroberfläche.

cop/dpa

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insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
fatal.justice 16.01.2018
1. Wenn...
... es wirklich so sei, dass die Robben eines unnatürlichen Todes und durch menschliche Gewalt starben, fehlen mir jegliche Fähigkeiten, eine Bezeichnung für die Täter zu finden, die nur annähernd ausdrückt, wie tief eine Existenz sinken muss, um gänzlich hilflose - naturgeschützte - Lebewesen ihres Daseins zu berauben. Nicht zu fassen!
outsider-realist 17.01.2018
2. Nun
Zitat von fatal.justice... es wirklich so sei, dass die Robben eines unnatürlichen Todes und durch menschliche Gewalt starben, fehlen mir jegliche Fähigkeiten, eine Bezeichnung für die Täter zu finden, die nur annähernd ausdrückt, wie tief eine Existenz sinken muss, um gänzlich hilflose - naturgeschützte - Lebewesen ihres Daseins zu berauben. Nicht zu fassen!
....sie mögen mit ihrer Bewertung recht haben. Meine Abneigung gegen die Verantwortlichen ist ebenfalls nicht in Worte zu fassen, sollte dies hier zutreffen. Verwundert bin ich aber trotzdem nicht. Tiere sind täglich und überall sinnloser Gewalt und der Tötungslust der Menschen ausgesetzt. Die Skala der Perversion ist nach oben offen....
av-bero 17.01.2018
3. Es wird
nur schwer sein, zu beweissen, dass die armen Geschöpfe ertränkt wurden. Aber wer kommt dafür in Frage ? Fischer, die sich in ihrer Existenz bedroht fühlen, weil ihnen die Robben angeblich den Fisch streitig machen ? Sowas gibt es ja schon seit Jahren in vielen Ländern, besonders in Skandinavien und Kanada. Nur werden die Tiere dort abgeschossen, teilweise sogar mit staatlicher Genehmigung, was genauso pervers ist ...
spiegel-kilian 17.01.2018
4. Und
Wie soll das gehen? Google meint, daß Robben bis zu 15 Minuten die Luft anhalten können, mal abgesehen davon, daß solche Tiere sicher nicht leicht festzuhalten wären...
frenchie3 17.01.2018
5. @4 Richtig, diese Tierarten können lange
unter Wasser bleiben, es dürfte für EINEN Menschen sehr schwer sein denn die wehren sich. Das wiederum dürfte ein Gerichtsmediziner feststellen können (blaue Flecken, Druckspuren). Das läßt mich vermuten daß die entweder in Netze gewickelt wurden oder mit den berühmten -laut Krimis nur kurzfristig nachzuweisenden - KO Tropfen lange genug betäubt wurden. Nun, was immer es war, man gedeihe den Tätern die gleiche Behandlung an
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