Vierfachmord in den Alpen: Polizei nimmt Bruder des ermordeten Familienvaters fest

Nach dem Vierfachmord an einer Familie in den Alpen hat die britische Polizei jetzt einen Tatverdächtigen festgenommen. Es handelt sich um den 54-jährigen Bruder eines Mordopfers.

London/Paris - In dem spektakulären Mord an einer Familie in den französischen Alpen ist ein 54-jähriger Mann in Großbritannien festgenommen worden. Dies teilte die Polizei in Surrey mit. Wie die BBC berichtet, wurde der Tatverdächtige in Chessington im Großraum London gestellt.

Die französische Staatsanwaltschaft in Annecy teilte mit, dass es sich bei dem Festgenommenen um den Bruder des ermordeten Ehemannes handelt. Damit bestätigte sie Berichte des Senders "Sky" und der britischen "Daily Mail", wonach es sich bei dem 54-Jährigen um Saad al-Hillis Bruder Zaid handelt. Zaid al-Hilli soll in der Vergangenheit mit dem Bruder in Erbstreitigkeiten verwickelt gewesen sein, hat dies aber stets bestritten. Er war von der britischen Polizei im Rahmen der Ermittlungen bereits vernommen worden.

Auf einem Waldparkplatz bei Annecy waren am 5. September 2012 der aus dem Irak stammende Saad al-Hilli sowie dessen Frau und Schwiegermutter mit Kopfschüssen getötet worden. Auch der Franzose Sylvain Mollier kam ums Leben.

Die vierjährige Tochter der Familie überlebte unverletzt, weil sie sich im Auto unter der Leiche ihrer Mutter versteckte. Ihre siebenjährige Schwester wurde schwer verletzt. Saad al-Hilli, seine Ehefrau Iqbal und deren Mutter Suhaila al-Allaf lebten in Claygate, Surrey.

Die Ermittler in Frankreich und Großbritannien tappten in dem mysteriösen Fall monatelang im Dunkeln. Sie gingen aber davon aus, dass die al-Hillis das eigentliche Ziel des Angriffs waren und der Radfahrer nur "zur falschen Zeit am falschen Ort" war. Man vermutete, der Mord könne mit Saad al-Hillis Job als Ingenieur im Luft- und Raumfahrtsektor zusammenhängen oder mit seiner irakischen Herkunft.

Laut BBC hatte die Polizei in der südenglischen Grafschaft erst vor kurzem die Bevölkerung aufgefordert, bei der Suche nach einem Fahrzeug behilflich zu sein, das in der Nähe des Tatorts gesichtet worden war, auf der Straße Combre d'Ire im französischen Chevaline, etwa 20 Minuten vor der tödlichen Schießerei. Die Ermittler in Surrey hätten eng mit den Kollegen in Frankreich zusammengearbeitet, hieß es. Es ist die erste Festnahme in Zusammenhang mit dem Verbrechen.

ala/dpa/AFP

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