Großbritannien Höchststand bei moderner Sklaverei

Mehr als 5000 Menschen sind in Großbritannien mutmaßlich Opfer moderner Sklaverei und Menschenhandels geworden, ein Drittel mehr als im Vorjahr. Viele von ihnen werden sexuell ausgebeutet, viele sind Kinder.

National Crime Agency, London
Getty Images

National Crime Agency, London


In Großbritannien ist die Zahl gemeldeter Fälle von moderner Sklaverei und Menschenhandel erheblich gestiegen. Das zeigt die Statistik der National Crime Agency (NCA), der britischen Ermittlungsbehörde für organisierte Kriminalität, für das Jahr 2017.

Mehr als 5000 potenzielle Opfer sind den Behörden demnach im vergangenen Jahr gemeldet worden. Erstmals stellten britische Staatsangehörige mit 819 Fällen dabei den höchsten Anteil, gefolgt von Albanern (777 Fälle) und Vietnamesen (739 Fälle).

Am häufigsten wurden die Opfer demnach zu Zwangsarbeit genötigt oder sexuell ausgebeutet. Auch knapp 500 Fälle häuslicher Sklaverei finden in der Statistik Erwähnung.

Besonders auffällig ist der Anstieg bei den minderjährigen mutmaßlichen Opfern: Sie werden laut NCA von Gangs oft als Drogenkuriere eingesetzt und bringen Kokain und Heroin in ländliche Gebiete und an die Küsten. "Sie werden mit Geld angelockt, aber dann schnell mit Gewalt genötigt", sagte der Vize-Direktor der NCA, Tom Dowdall. Dabei werden laut britischen Medien besonders oft britische Jugendliche eingesetzt, dies könne den Anstieg der Zahlen britischer Betroffener erklären.

Insgesamt wurden 5145 Fälle gemeldet. Das entspricht laut NCA einem Anstieg um 35 Prozent im Vergleich zu 2016. Die Ermittler führen dies auch auf eine stärkere Sensibilisierung für das Thema zurück, Verdachtsfälle würden wohl öfter gemeldet. Sie gehen aber von einer hohen Dunkelziffer aus. Die Statistiken zur Sklaverei und zum Menschenhandel werden seit 2009 erstellt.

bbr/dpa

Mehr zum Thema


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.