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Großbritannien: Polizei zerschlägt weltweiten Kinderporno-Ring mit 700 Verdächtigen

Die britische Polizei hat einen weltweit operierenden Pädophilen-Ring zerschlagen. Mehr als 700 Verdächtige seien identifiziert und 31 Kinder gerettet worden, teilte die Kinderschutzbehörde CEOP mit. Auch unter Verdacht: Zwei Männer aus Brandenburg und Bayern.

London - Die Ermittler waren dem Netzwerk über den Internet-Chatroom "Kids the Light of Our Lives" (Kinder, das Licht unseres Lebens) auf die Spur gekommen. Dort seien Bilder sexueller Misshandlung von Kindern gezeigt worden, berichteten die Behörden. Die Betreiber, ein 27-Jähriger aus Buxhall in Großbritannien und ein 33-jähriger, ebenfalls Brite, wurden bereits im September festgenommen. Beide gestanden den Besitz und die Weitergabe von pornografischen Bildern in neun Fällen.

Ein Polizist nimmt verdächtige Aufnahmen in Augenschein: "Kinder, das Licht unseres Lebens"
DDP

Ein Polizist nimmt verdächtige Aufnahmen in Augenschein: "Kinder, das Licht unseres Lebens"

Danach schleusten sich Ermittler in den Chatroom ein und sammelten Beweise gegen andere Mitglieder des Pädophilen-Rings. Rund 200 Verdächtige stammen nach Polizeiangaben ebenfalls aus Großbritannien. An den zehnmonatigen Ermittlungen waren Behörden aus 35 Ländern beteiligt.

Im Zusammenhang mit der Zerschlagung des weltweiten Pädophilen-Rings ermittelt auch die deutsche Polizei gegen zwei Männer aus Brandenburg und Bayern. Man habe die Computeradressen der beiden Internetnutzer an die zuständigen Landeskriminalämter weitergegeben, teilte das Bundeskriminalamt in Wiesbaden mit.

Nach Angaben des Sprechers des Landeskriminalamtes Brandenburg, Toralf Reinhardt, ermittelt die Staatsanwaltschaft Cottbus gegen einen 46-jährigen Mann aus dem Spree-Neiße-Kreis, dem der Besitz beziehungsweise die Verbreitung kinderpornografischer Schriften vorgeworfen wird. Es könne allerdings nicht ausgeschlossen werden, dass andere Personen den Rechner des 46-Jährigen benutzt und sich in kinderpornografische Chaträume eingewählt hätten. Auch beim bayerischen Landeskriminalamt hieß es, gegen eine Person werde ermittelt.

Über jenen Internet-Ring, an dessen Aufdeckung auch Sonderermittler in Kanada und Australien maßgeblich beteiligt waren, hätten insgesamt rund 700 Verdächtige tausende Fotos und Videos von Kindesmissbrauch ausgetauscht. In welchen Ländern die Aufnahmen der missbrauchten Kinder entstanden, teilte die Behörde nicht mit.

Die Materialien hätten der Polizei geholfen, die an den Straftaten Beteiligten aufzuspüren und Kinder vor weiterem Missbrauch zu retten. Insgesamt seien bislang 31 Kinder vor weiterem Missbrauch für pornografische und gewaltverherrlichende Aufnahmen bewahrt worden, teilte die britische Behörde gegen den Missbrauch sowie für den Schutz von Kindern im Internet (CEOP) mit.

"Die Täter verstehen es immer besser, sich im Internet zu tarnen, jedoch nutzen auch wir immer besserer Technologien, um sie aufzuspüren", sagte CEOP-Direktor Jim Gamble, der zugleich Vorsitzender eines internationalen Arbeitsgruppe zur Bekämpfung des Kindesmissbrauchs im Internet ist.

jjc/jdl/AP/dpa

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