Großbritannien: Unbekannte überfallen Neonazi-Opfer Noël Martin

Der brandenburgische Ort Mahlow ist für ihn die Hölle. Der gebürtige Jamaikaner Noël Martin wurde dort vor 16 Jahren von Rechtsextremisten angegriffen. Das Trauma zeichnet ihn bis heute. Jetzt haben Unbekannte den Querschnittsgelähmten in seiner britischen Heimat ausgeraubt.

London - Erst wurde er Opfer rechtsextremer Gewalttäter im brandenburgischen Mahlow, nun überfielen Räuber den seither querschnittgelähmten Briten Noël Martin im englischen Birmingham. Drei Männer seien am späten Montagabend in Martins Haus eingedrungen und hätten ihn und zwei seiner Pfleger mit vorgehaltener Waffe gezwungen, den Safe zu öffnen.

Nach Angaben der Freitagsausgabe des Berliner "Tagesspiegel", an den sich Martin dem Blatt zufolge am Donnerstag wandte, war das Geld darin für die Wartung von dessen Rollstuhl vorgesehen. Die Polizei beschrieb die Tat als "besonders hinterhältig".

Laut "Tagesspiegel" habe der 52-Jährige berichtet, dass die unbekannten Täter seine Krankenpflegerin an einen Stuhl fesselten und dann sie und ihn mit einer Waffe bedrohten, damit die beiden ihnen den Code für den Safe verrieten. Dort befand sich demnach Geld, dass Martin für die Wartung seines Behindertenfahrzeugs verwenden wollte.

Der dunkelhäutige Martin war als Bauunternehmer tätig, bis er am 16. Juni 1996 gemeinsam mit Arbeitskollegen in Mahlow von einer Gruppe junger Leute angegriffen wurde. Nach einem Steinwurf auf seinen Wagen kam der damals 36-Jährige von der Straße ab und prallte gegen einen Baum. Seither ist der gebürtige Jamaikaner völlig auf fremde Hilfe angewiesen.

Die Lähmung quälte Martin in den vergangenen Jahren so sehr, dass er sich das Leben nehmen wollte. Die beiden Täter waren vom Landgericht Potsdam wegen gefährlicher Eingriffe in den Straßenverkehr und schwerer Körperverletzung zu Haftstrafen von acht und zwölf Jahren verurteilt worden. Sie sind inzwischen aber wieder auf freiem Fuß.

bos/dpa/AFP

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