Großfahndung in Idaho: FBI-Beamte töten Entführer DiMaggio und retten 16-Jährige

James Lee DiMaggio war mit der 16-Jährigen Hannah Anderson in die Wildnis von Idaho geflüchtet - jetzt ist er tot, das Mädchen gerettet. Das FBI beendete die Geiselnahme. Die Ermittler rätseln, warum DiMaggio zuerst Mutter und Bruder des Mädchens tötete.

San Diego - Die Suche nach James Lee DiMaggio und Hannah Anderson ist zu Ende. FBI-Beamte spürten den Entführer und das 16 Jahre alte Mädchen am späten Samstagnachmittag in der Wildnis von Idaho auf, DiMaggio wurde getötet, die 16-Jährige blieb unverletzt und befindet sich nun in einem Krankenhaus.

DiMaggio soll am vergangenen Sonntag in der Nähe von San Diego sein Haus in Brand gesetzt haben. In den Überresten wurden zwei Leichen gefunden: die von Christina und Ethan Anderson, Mutter und Sohn. Wie die 44-Jährige und der Achtjährige umkamen, ist noch nicht bekannt.

Seither suchten rund 270 Ermittler nach dem 40-jährigen DiMaggio und Ethans Schwester Hannah. Am Donnerstag hatte ein Reiter der Polizei gemeldet, er habe die beiden in einer abgelegenen Gegend von Idaho gesehen und auch kurz mit DiMaggio gesprochen. Erst als er zurückgekehrt war, hatte er aus den Nachrichten von dem Fall erfahren. Er hatte angegeben, bei der Begegnung nicht das Gefühl gehabt zu haben, eingreifen zu müssen.

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Großfahndung an US-Westküste: FBI-Beamte töten DiMaggio und retten 16-Jährige
So kamen die Fahnder DiMaggio auf die Spur. Sie fanden dessen Auto am Beginn eines Waldwegs, verdeckt von Büschen, die Kennzeichen abmontiert. Die Ermittler suchten das Gebiet aus der Luft ab, in dem DiMaggio gesehen worden war. Und fanden ihn und Hannah in der Nähe des Morehead Lake, rund 65 Kilometer westlich des Ortes Cascade. Ein auf die Befreiung von Geiseln spezialisiertes Team des FBI machte sich auf den Weg, es kam zur Konfrontation.

Was genau dann geschah, bleibt im Dunkeln. Details zum Einsatz wurden nicht bekanntgegeben. Offenbar wurde aber kein Beamter verletzt. Mary Rook, Sprecherin des FBI, sagte lediglich, man sei vor Ort in eine "schwierige Situation" geraten. Die Umstände des Einsatzes würden nun untersucht.

Hannah und ihre Familie würden nun von Spezialisten betreut. Ihr Vater, Brett Anderson, wurde am Sonntag in der Klinik erwartet, in die Hannah mit einem Helikopter gebracht worden war. Anderson hatte in einer Fernsehbotschaft an DiMaggio appelliert, Hannah freizulassen.

"Hannah ist in Sicherheit, das ist das beste Ergebnis, das wir uns erhoffen konnten, unsere erste Priorität", sagte eine Polizeisprecherin.

Das Motiv von DiMaggio ist weiterhin unklar. Der IT-Techniker war wohl ein enger Freund der Familie. Brett Anderson hatte gesagt, DiMaggio sei "offensichtlich durchgedreht". Die Polizei geht davon aus, dass DiMaggio die Tat im Vorfeld geplant hat, da er Wochen zuvor eine Campingausrüstung gekauft hatte.

bim/Reuters/AP

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