Großfamilie als Mietnomaden Vermieter um Zehntausende Euro betrogen

Sie wechselten ihren Wohnsitz im Drei-Wochen-Rhythmus: Eine achtköpfige Großfamilie hat seit 2009 deutschlandweit Dutzende Vermieter geprellt. Jetzt machten Fahnder die Mietnomaden im Norden der Republik dingfest.


Trier/Schneverdingen - Eine achtköpfige Großfamilie hat über Jahre hinweg alle zwei bis drei Wochen ihren Wohnsitz gewechselt - und damit deutschlandweit Vermieter um Zehntausende Euro betrogen. Jetzt spürten Fahnder die Mietnomaden - einen Mann, zwei Frauen und fünf Kinder- im norddeutschen Schneverdingen auf. Der Vater sitzt in Untersuchungshaft, wie die Trierer Polizei am Mittwoch mitteilte. Mehrere Staatsanwaltschaften hatten den Mann per Haftbefehl gesucht.

Allein in der rheinland-pfälzischen Vulkaneifel zog die Familie binnen kurzer Zeit siebenmal um. Mehrere Haus- und Wohnungsbesitzer, die auf 10.000 Euro Miete warteten, erstatteten Anzeige wegen Betrugs. Auch in Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt, Hessen, Bayern und Nordrhein-Westfalen fiel der Mann, der bei jedem Umzug seinen Familiennamen wechselte, einschlägig auf.

Der Leiter der Polizei Daun im Kreis Vulkaneifel, Heinz-Peter Thiel, sagte, der Familienvater habe sich einige Male als "Dr. Abdul" ausgegeben und beim Anmieten zunächst mittels "dicken Geldbündeln" eine Anzahlung geleistet. Dann aber sei die Familie plötzlich abgetaucht, ohne den Vertrag zu kündigen. Es sei davon auszugehen, dass weitaus mehr Vermieter seit Ende 2009 betrogen wurden, als bislang bekannt sei. Die Staatsanwaltschaft habe daher entsprechende Ermittlungen eingeleitet.

wit/dapd



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