Gutachten Kevin hatte Kokain und Methadon im Blut

Im "Kevin"-Prozess hat ein Toxikologe erschütternde Details ausgesagt: Demnach wurden in den Haaren des toten zweijährigen Kevin aus Bremen Spuren von Kokain und des Heroin-Ersatzstoffes Methadon gefunden.


Bremen - Die Konzentration der Drogen sei "nicht niedrig" gewesen, sagte der Toxikologe Walter Martz als Gutachter vor dem Bremer Landgericht. Sie sei vergleichbar mit den Werten erwachsener Drogenkonsumenten.

Der Wissenschaftler wollte sich aber nicht festlegen, wie die Rauschgifte in den Körper des kleinen Jungen gekommen sind. Es könne durch direkte Verabreichung passiert sein, aber auch zum Beispiel durch Einatmen von Staub in der Wohnung. Kevins angeklagter Ziehvater, Bernd K., war viele Jahre drogensüchtig.

Kevin war am 10. Oktober 2006 tot im Kühlschrank seines Ziehvaters gefunden worden. Bernd K. muss sich wegen Totschlags vor Gericht verantworten, er schweigt zu den Vorwürfen. Die Leiche des kleinen Jungen wies mehr als 20 alte und neuere Knochenbrüche auf. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft führte mindestens ein frischer Bruch in Verbindung mit einer Fettembolie in der Lunge zum Tod des Kindes.

jjc/AP



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