Haan bei Düsseldorf Säureangriff auf Finanzvorstand - Handschuh am Tatort gefunden

Unbekannte haben einen 51-jährigen Manager in der Nähe von Düsseldorf mit Säure verätzt. Nun hat die Polizei eine Spur zu den Tätern. Es ist nicht der erste Angriff auf den Mann.


Nach dem Säureangriff auf den Manager Bernhard Günther in Haan bei Düsseldorf hat die Polizei eine Spur zu den Tätern. Nach SPIEGEL-Informationen fanden die Beamten am Tatort einen Handschuh. Die Ermittler hoffen nun, daran DNA zu finden. Auch die "Bild"-Zeitung berichtet darüber.

Günther arbeitet als Finanzvorstand des Essener Energieversorgungsunternehmens Innogy. Zwei unbekannte Männer hatten den 51-Jährigen in einer Parkanlage angegriffen und mit Säure überschüttet, durch die er schwere Verletzungen erlitt. Die Täter sind nach Polizeiangaben auf der Flucht.

Es ist nicht der erste Angriff auf den Manager. Vor wenigen Jahren wurde Günther nach SPIEGEL-Informationen beim Joggen attackiert und zusammengeschlagen. Damals sei er noch Finanzvorstand von RWE gewesen, dem Mutterkonzern von Innogy, so das "Handelsblatt". Unklar ist indes, ob die damalige Attacke mit dem jüngsten Angriff in einem Zusammenhang steht. Die Polizei ermittele "in alle Richtungen", hieß es, also sowohl im privaten wie im beruflichen Umfeld.

Ermittlungen wegen versuchter Tötung

Der Energiekonzern RWE hat sich erschüttert gezeigt. "Die unfassbare Attacke auf Bernhard Günther hat uns zutiefst getroffen", erklärte der RWE-Vorstandsvorsitzende Rolf Martin Schmitz. Vorstand, Aufsichtsrat und Mitarbeiter seien "bestürzt und entsetzt". Dem Unternehmen liegen nach eigenen Angaben keine Informationen über die Hintergründe der Tat vor.

Laut Polizei überfielen die Unbekannten ihr Opfer gegen 9 Uhr unweit seines Wohnhauses auf der Straße. Die Schwefelsäure "verursachte eine Reaktion auf seiner Haut und führte zu schweren Verletzungen, die derzeit stationär in einer Spezialklinik behandelt werden", sagte ein Sprecher. Kurzzeitig schwebte der Mann demnach in Lebensgefahr, dies sei nun jedoch nicht mehr der Fall.

Über die Täter machte die Polizei auf Nachfrage am Sonntag zunächst keine Angaben. Nach SPIEGEL-Informationen konnten die Ermittler Günther noch nicht vernehmen. Er soll Rettungskräften gesagt haben, dass es sich bei den Tätern um Männer mit südländischem Aussehen handele.

"Wir können das nicht verifizieren", so eine Polizeisprecherin. In der neuesten Polizeimeldung werden die Täter lediglich als 20 bis 30 Jahre alte Männer beschrieben. Sie seien nach der Tat zu Fuß geflohen, hieß es. Eine Mordkommission der Düsseldorfer Polizei ermittelt nun wegen versuchter Tötung, auch der Staatsschutz wurde informiert.

mxw/jdl/jpz/AFP/dpa

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