US-Gefängnis: Häftling fühlt sich zu dick für Hinrichtung

Vor knapp 30 Jahren erschoss Ronald Post einen Mann, er soll für seine Tat hingerichtet werden. Über seinen Anwalt hat der Häftling im US-Bundesstaat Ohio nun eine Aufschiebung seiner Exekution beantragt. Er sei dafür zu dick. Post ist nicht der erste Todeskandidat, der dieses Argument nutzt.

Undatiertes Foto von Ronald Post: Antrag auf Aufschiebung der Hinrichtung Zur Großansicht
AP/ Ohio Dept. of Rehabilitation and Corrections

Undatiertes Foto von Ronald Post: Antrag auf Aufschiebung der Hinrichtung

Columbus - Ronald Post wiegt fast 220 Kilo, er sitzt in einem Gefängnis im US-Bundesstaat Ohio und soll am 16. Januar 2013 hingerichtet werden, weil er vor fast 30 Jahren einen Hotelangestellten erschoss. Nun hat Post mit einer besonderen Begründung um die Aufschiebung seiner Hinrichtung gebeten: Er sei dafür zu dick.

Seine Fettleibigkeit, der schlechte Zugang zu den Venen und andere gesundheitliche Probleme könnten bei der Hinrichtung zu "schweren physischen und psychischen Schmerzen" und einem "qualvollen und schleichenden Tod" führen, erklärten Anwälte von Post in einem Schreiben an das Gericht. Zudem sei er so schwer, dass ihn die Hinrichtungstrage möglicherweise nicht aushalte. Das Gefängnis äußerte sich bisher nicht zu dem Gesuch.

Das Gewicht eines Todeskandidaten war schon früher ein Thema bei Hinrichtungen in den USA. 2008 wiesen Gerichte beispielsweise einen ähnlichen Antrag ab: Der 1,70 Meter große Doppelmörder Richard Cooey wog 121 Kilogramm und wurde am 14. Oktober 2008 hingerichtet.

2007 brauchten die Henker in Ohio fast zwei Stunden, um eine Vene für den tödlichen Medikamentencocktail bei Christopher Newton zu finden, der 120 Kilogramm wog. Eine Sprecherin des Gefängnisses erklärte damals, Grund für die Probleme sei das Gewicht des Häftlings gewesen.

Im US-Staat Washington bestätigte ein Richter 1994 zwar die Todesstrafe gegen Mitchell Rupe, aber er stimmte dessen Einwand zu, dass er mit einem Gewicht von 181 Kilogramm zu schwer sei, um gehängt zu werden. Es bestehe die Gefahr, dass er dabei enthauptet werde. Rupe hatte argumentiert, dass das eine grausame und ungewöhnliche Strafe wäre, die laut Verfassung verboten ist. Rupe wurde schließlich zu einer lebenslangen Haft verurteilt und starb 2006 im Gefängnis.

aar/dapd

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