Fall Wiktor But "Händler des Todes" zu 25 Jahren Haft verurteilt

Lange Haftstrafe für Wiktor But: Ein Gericht in New York hat den berüchtigten Waffenhändler - Spitzname: "Händler des Todes" - verurteilt. Der Versuch von Buts Anwälten, den Fall zu verwerfen, scheiterte.


New York - Ein US-Gericht hat den früheren Waffenhändler Wiktor But zu 25 Jahren Haft verurteilt. Der 45-Jährige soll Diktatoren und Terroristen mit Waffen beliefert haben. Bekannt geworden war er unter einem Spitznamen, den ihm einst der britische Minister Peter Hain angehängt hatte: "Merchant of Death", zu deutsch "Händler des Todes".

Das US-Bundesgericht in New York verkündete die Mindeststrafe für But. Die Staatsanwaltschaft hat lebenslange Haft gefordert. Zudem muss er 15 Millionen Dollar Strafe zahlen. But war Anfang November wegen Verschwörung zur Tötung von US-Bürgern, zur Tötung von US-Regierungsmitarbeitern und zum Abschuss von Flugzeugen schuldig gesprochen worden. Er galt als einer der meistgesuchten Waffenhändler der Welt.

Seine Anwälte hatten in letzter Minute beantragt, den Fall mitsamt dem im vergangenen Jahr erfolgten Schuldspruch der Geschworenen zu verwerfen: But sei Opfer einer amerikanischen Racheaktion. Während der Verhandlung sagte der Angeklagte: "Es ist eine Lüge". Er sei nicht schuldig.

Die Ankläger hatten But vorgeworfen, ein "atemberaubendes Waffenarsenal" einschließlich Hunderter Boden-Luft-Raketen, Maschinengewehre und großer Mengen Munition an Rebellen in Lateinamerika geliefert zu haben. Auch hätten Buts Waffenlieferungen kriegerische Konflikte in Ruanda, Kongo und Angola verschärft.

But war nach Angaben von US-Behörden Offizier der sowjetischen Armee. Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks hatte er alte Flugzeuge und Waffenbestände aufgekauft und damit Diktatoren und Terroristen beliefert. Ermittler der amerikanischen Drogenbehörde DEA hatten But 2008 in Thailand eine Falle gestellt und ihn festgenommen.

Seine Vita diente als Vorlage für den Hollywood-Film "Lord of War - Händler des Todes" mit Nicolas Cage in der Hauptrolle. Für eine Szene mietete die Filmcrew im Jahr 2005 eine Antonow an. Später stellte sich heraus: Das Flugzeug stammte tatsächlich aus den Beständen von Wiktor But.

usp/dapd/Reuters



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