Hambacher Forst Ein Verletzter bei Angriff auf RWE-Einrichtung

Brennende Barrikaden, Böller und Steinewerfer: Im Hambacher Forst sind die Proteste erneut aufgeflammt. Ein RWE-Mitarbeiter wurde von einem Stein am Kopf getroffen.

Aktivist auf Baumhaus im Hambacher Forst
REUTERS

Aktivist auf Baumhaus im Hambacher Forst


Im Hambacher Forst in Nordrhein-Westfalen haben Vermummte am Freitagabend ein Sicherheitscamp des Energiekonzerns RWE angegriffen und einen Mitarbeiter verletzt. Rund 20 Angreifer hätten am Freitagabend mit Zwillen geschossen und Steine auf die Container geworfen, in dem Fahrzeuge abgestellt werden und in dem sich auch Mitarbeiter des Werkschutzes aufgehalten haben, teilte die Polizei mit.

Ein RWE-Mitarbeiter ist demnach von einem Stein am Kopf getroffen worden. Er wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Auch die alarmierten Polizisten seien mit Steinen beworfen worden. Die Polizei suchte auch per Hubschrauber nach den mutmaßlichen Angreifern. Bisher ist aber noch nichts über sie bekannt.

Aktivsten hatten zudem die Zufahrt zum RWE-Stützpunkt am Braunkohletagebau Hambach mit Schutt und Holz versperrt und anschließend angezündet. Die Polizei ermittelt unter anderem wegen des Verdachts des schweren Landfriedensbruchs, der Sachbeschädigung und der Körperverletzung. Die "Aachener Zeitung" hatte zuvor berichtet.

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) verurteilte die Übergriffe auf Twitter. Er schrieb: "Wir arbeiten an schnellerem, sozialverträglichen Ausstieg aus der Braunkohleverstromung. Aber egal, wie man zu den rotgrünen Beschlüssen zur Rodung des Hambacher Forstes steht: Gewalt gegen RWE-Mitarbeiter und Polizeibeamte ist inakzeptabel. Nicht nur jetzt vor Weihnachten."

Seit Jahren versuchen Aktivisten den Wald zwischen Köln und Aachen vor weiteren Rodungen zu bewahren. Der Energiekonzern RWE hat bereits große Teile des Hambacher Forsts abgeholzt, um den benachbarten Braunkohletagebau zu erweitern. Eigentlich sollten auch in diesem Jahr weitere Bäume gefällt werden, aber das Oberverwaltungsgericht Münster hatte einen vorläufigen Rodungsstopp verhängt. Ein endgültiges Urteil wird Anfang 2019 erwartet.

koe/dpa

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.