Verwaltungsgericht Baustopp für Flüchtlingsheim in Hamburg

Das Verwaltungsgericht Hamburg hat einem Eilantrag von Anwohnern stattgegeben: Damit darf der Umbau des früheren Kreiswehrersatzamts im Stadtteil Harvestehude zu einer Unterkunft für Flüchtlinge vorerst nicht weitergeführt werden.

Ehemaligen Kreiswehrersatzamt in Harvestehude: Vorläufiger Umbaustopp
DPA

Ehemaligen Kreiswehrersatzamt in Harvestehude: Vorläufiger Umbaustopp


Hamburg - Die Pläne stießen bei Anwohnern auf Kritik: Das ehemalige Kreiswehrersatzamt im noblen Hamburger Stadtteil Harvestehude soll zum Flüchtlingsheim umgebaut werden. Doch nun hat das Verwaltungsgericht Hamburg einem Eilantrag der Anwohner stattgegeben, die gegen eine Baugenehmigung geklagt hatten. "Damit darf das Vorhaben vorläufig nicht weitergeführt werden", teilte das Gericht mit.

Die Begründung: Die Bewohner, deren Grundstücke in dem gleichen Baublock wie die geplante Einrichtung liegen, können sich auf den sogenannten Gebietserhaltungsanspruch berufen. Denn der Bebauungsplan weise den Bereich als besonders geschütztes Wohngebiet aus.

Zudem befanden die Richter, dass es sich bei der geplanten Anlage nicht um eine Wohnnutzung im engeren Sinne handele. Sondern um eine wohnähnliche Nutzung in einer sozialen Einrichtung. Diese sei im behördlich genehmigten Umfang in einem besonders geschützten Wohngebiet jedoch unzulässig.

Das Gebäude Sophienterrasse 1a soll den Plänen zufolge 23 Wohneinheiten mit zwei bis acht Zimmern erhalten und insgesamt Platz für 220 Menschen bieten. In wenigen Monaten sollten die ersten Flüchtlinge einziehen.

Ob der Zeitplan nun eingehalten werden kann, ist fraglich. Gegen die Entscheidung des Gerichts ist Beschwerde beim Hamburgischen Oberverwaltungsgericht möglich.

wit



© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.