Hamburg Zwölfeinhalb Jahre Gefängnis für "Enkeltrick"-Betrüger

Mindestens 300.000 Euro Profit soll Marcin K. mit dem sogenannten Enkeltrick gemacht haben. Nun wurde er zu einer langen Haftstrafe verurteilt.

Marcin "Lolli" K.
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Marcin "Lolli" K.


Marcin "Lolli" K. war ein Hintermann einer Gruppe Betrüger, die mit dem sogenannten Enkeltrick ältere Menschen um ihr Geld brachten. Nun hat das Hamburger Landgericht den 30-Jährigen zu zwölfeinhalb Jahren Haft verurteilt.

Ihm seien 40 Betrugstaten nachgewiesen worden, sagte der Vorsitzende der Strafkammer, Bernd Steinmetz. Hinter dem Angeklagten habe ein ganzes Netzwerk von Betrügern gestanden. "Bei Ihnen liefen die Fäden des Netzwerks zusammen", sagte der Richter. Der 30-Jährige habe von Polen aus agiert und sein luxuriöses Leben mit der Beute finanziert. Der Angeklagte habe mindestens 300.000 Euro Profit gemacht. Laut Urteil muss er drei geschädigten Frauen rund 47.000 Euro zurückzahlen.

K. sei in den meisten Fällen als sogenannter Keiler tätig gewesen, stellte die Strafkammer fest: Er habe Menschen mit altmodisch klingenden Vornamen wie Ingeborg, Gerda, Heinrich oder Oswald in Deutschland angerufen und sich als Enkel oder Verwandter in einer Notsituation ausgegeben. Erklärten sich die Senioren bereit, ihrem vermeintlichen Enkel zu helfen, schickte ein Mittäter vor Ort einen Abholer für das Geld los. (Hintergründe zum Enkeltrick lesen Sie hier.)

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Der Prozess hatte vor einem Jahr begonnen. Erst im November hatte der Angeklagte ein fast vollständiges Geständnis abgelegt, sagte eine Gerichtssprecherin. Der Pole war im Juli 2016 in Ungarn festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert worden.

bbr/dpa



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