Streit in Hamburger Unterkunft Flüchtlinge greifen Sicherheitsleute an

In einer Hamburger Flüchtlingsunterkunft ist es erneut zu Gewalt gekommen. Zwei junge Marokkaner wollten ein Verbot nicht akzeptieren - und attackierten das Personal.


Bei einem Streit in einer Hamburger Flüchtlingsunterkunft sind zwei Sicherheitsleute leicht verletzt worden. Sie hätten zwei junge Bewohner auf ein Hausverbot für das Hauptgebäude der Unterkunft im Stadtteil Hammerbrook hingewiesen, teilte die Polizei mit.

Der 16-jährige angesprochene Marokkaner habe daraufhin mit einem Fußgitter eine Fensterscheibe einschlagen wollen. Als die Sicherheitsleute einschritten, wurden sie selbst angegriffen. Die Polizei nahm den Marokkaner und seinen 17-jährigen Landsmann fest.

Später rief der Wachdienst erneut die Polizei, weil ein 14-jähriger Ägypter randalierte. Er habe zwei Angestellte mit einem Toilettendeckel und einer Antenne bedroht, teilte ein Polizeisprecher mit. Bei der Auseinandersetzung habe sich der Jugendliche am Fuß verletzt. Er wurde zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. In Hamburger Unterkünften hatte es zuletzt mehrfach Schlägereien gegeben.

Zentralrat besorgt über Antisemitismus unter Flüchtlingen

In Aichtal in Baden-Württemberg lieferten sich etwa hundert Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft Handgreiflichkeiten. Anlass sei ein gestohlenes Handy gewesen, sagte eine Polizeisprecherin. Ein 31 Jahre alter Bewohner kam mit einer Gesichtsverletzung in eine Klinik. Die alarmierten Polizisten konnten den Streit beenden.

Der Zentralrat der Juden zeigte sich unterdessen besorgt, dass der Antisemitismus durch die hohe Zahl von Flüchtlingen in Deutschland zunehmen könnte. Viele Flüchtlinge kämen aus Ländern, in denen Israel zum Feindbild gehöre, hieß es in einer Erklärung. Diese Ressentiments würden häufig auf Juden generell übertragen. Der Zentralrat forderte "mehr Anstrengungen im interreligiösen Dialog, um Vorurteile auf allen Seiten abzubauen".

sms/dpa/AFP

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