Öffentlichkeitsfahndung nach G20-Gipfel Acht Tatverdächtige identifiziert

Mit Fotos von 101 Tatverdächtigen sucht die Polizei Hamburg nach mutmaßlichen G20-Randalierern. Nun hat sie erste Fahndungserfolge verkündet.

Fahndungsfotos
DPA

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Die Polizei Hamburg hat im Zuge der zweiten Öffentlichkeitsfahndung zu den Ausschreitungen beim G20-Gipfel in Hamburg die ersten Tatverdächtigen identifiziert. Die Ermittler haben nach eigenen Angaben bislang 68 Hinweise aus der Bevölkerung bekommen.

Acht Beschuldigte seien mittlerweile namentlich bekannt, teilte die Polizei mit. Die entsprechenden Bilder wurden demnach gelöscht. Gegen die Tatverdächtigen ermitteln nun laut Polizei die Soko "Schwarzer Block" und die Staatsanwaltschaft Hamburg weiter.

Am Mittwoch hatte die Polizei 101 Fotos von mutmaßlichen Tätern veröffentlicht. Richter hatten die nötige Erlaubnis erteilt. Details zu den Vorwürfen, die den einzelnen Personen gemacht werden, wurden nicht genannt. Es gehe überwiegend um Brandstiftung, gefährliche Körperverletzung oder Landfriedensbruch, sagte Oberstaatsanwalt Michael Elsner.

Eine erste, im Dezember gestartete Öffentlichkeitsfahndung hatten die Ermittler als "großen Erfolg" bezeichnet. Von 107 Tatverdächtigen habe man 35 identifiziert, zwei seien angeklagt worden, ein Strafbefehl erging.

Diese erste bundesweite Öffentlichkeitsfahndung war heftig kritisiert worden: Die Linken in der Hamburgischen Bürgerschaft hatten erklärt, den abgebildeten Personen drohe durch die Fotos lebenslange Stigmatisierung. Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar nannte das Vorgehen der Ermittler "durchaus fragwürdig". Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) hatte die Veröffentlichung der Bilder verteidigt. Auch Elsner sagte, es sei rechtlich "völlig unstreitig", dass man Fahndungsbilder im Internet veröffentlichend dürfe - auch von Jugendlichen.

Zwischen dem 6. und 8. Juli 2017 sollen laut Polizei geschätzt 5000 und 6000 Personen am Rande des Gipfels Geschäfte geplündert und Brände gelegt haben. Inzwischen wurden mehr als 40 Täter verurteilt, einige von ihnen zu Haftstrafen. Die zuständige Soko führt mehr als 3200 Ermittlungsverfahren. Auch gegen mehr als hundert Polizeibeamte sind Verfahren anhängig.

bbr

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