Hamburg G20-Randalierer zu mehr als drei Jahren Haft verurteilt

Es ist das bislang härteste Urteil im Zusammenhang mit den Krawallen während des G20-Gipfels in Hamburg: Ein Gericht hat einen 30-Jährigen zu einer Gefängnisstrafe von mehr als drei Jahren verurteilt.

Ausschreitungen am 9. Juli im Hamburger Schanzenviertel
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Ausschreitungen am 9. Juli im Hamburger Schanzenviertel


In einem Prozess wegen der Ausschreitungen während des G20-Gipfels hat das Amtsgericht Hamburg einen jungen Mann zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Nach Angaben eines Gerichtssprechers wurde der 30-Jährige wegen diverser Stein- und Flaschenwürfe auf Polizisten sowie der Beteiligung an der Zerstörung von Geschäften und einer Bank schuldig gesprochen.

Das Urteil gegen den Deutschen wegen schweren Landfriedensbruchs und anderer Delikte ist das bislang härteste gegen einen wegen der Krawalle von Anfang Juli angeklagten Verdächtigen. Vor etwa zwei Wochen hatte das Hamburger Amtsgericht einen 28-jährigen Deutschen ebenfalls wegen Steinwürfen und der Beteiligung an der Plünderung von Läden zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Beide Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Die Zahl der Verurteilungen in G20-Verfahren stieg damit auf 24. Sieben davon endeten nach Angaben des Sprechers mit Haftstrafen ohne Bewährung, 17 mit Bewährungsstrafen zwischen sechs und 21 Monaten. Die Hamburger Staatsanwaltschaft eröffnete bislang nach eigenen Angaben 678 Ermittlungen im Zusammenhang mit den Krawallen gegen namentlich bereits bekannte oder noch nicht identifizierte Verdächtige. Weitere Prozesse dürften folgen.

Während des Gipfeltreffens der Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigen Industrie- und Schwellenländer Anfang Juli hatte es trotz des Einsatzes von mehr als 20.000 Polizisten schwere Krawalle gegeben. Randalierer lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei, zündeten Autos an und plünderten Geschäfte.

Am frühen Dienstagmorgen hatten Ermittler zuletzt mehr als 20 Wohnungen mutmaßlicher G20-Randalierer durchsucht. In der linken Szene sollen aber bereits am Montag Warnungen über die bevorstehende Razzia kursiert haben. Nach Informationen des SPIEGEL war es unter Ermittlern am Montag Thema, das Zielpersonen gewarnt worden sein könnten.

mxw/AFP

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