Revisionsprozess in Hamburg Gruppenvergewaltigung einer 14-Jährigen - Gericht verhängt höhere Strafen

Das Hamburger Landgericht hat im Revisionsprozess zur Gruppenvergewaltigung einer 14-Jährigen in Harburg ein Urteil gefällt. Drei der fünf Angeklagten müssen nun ins Gefängnis.

Angeklagte vor Gericht (Archiv)
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Angeklagte vor Gericht (Archiv)


Nach der Gruppenvergewaltigung eines 14-jährigen Mädchens im Hamburger Stadtteil Harburg sind drei der fünf Angeklagten in einem Revisionsprozess zu Freiheitsstrafen verurteilt worden. Das Landgericht hatte die Angeklagten bereits im Oktober 2016 zu Haftstrafen verurteilt, vier davon jedoch auf Bewährung. Der einzige erwachsene Angeklagte hatte im ersten Verfahren eine Freiheitsstrafe von vier Jahren erhalten. Im Juli 2017 verwies der Bundesgerichtshof das Verfahren nach einer Revision der Staatsanwaltschaft zurück ans Landgericht.

Die Richter verurteilten nun zwei Täter zu Jugendstrafen von drei Jahren beziehungsweise zwei Jahren und neun Monaten Haft und einen 23-Jährigen zu viereinhalb Jahren Haft nach Erwachsenenstrafrecht. "Die Gefühllosigkeit dieser Tat hat nicht nur uns, sondern auch die Öffentlichkeit schockiert", hieß es in der Urteilsbegründung. Die Angeklagten seien "keine Menschen, die über ein normales Wertegerüst verfügen" - sie hätten vielmehr "in emotionaler wie in sozialer Hinsicht hoch defizitäre Persönlichkeitsstrukturen", sagte Richterin Anne Meier-Göring.

Mehrere Jugendliche, die zum Tatzeitpunkt zwischen 14 und 17 Jahre alt waren, sowie der damals 21-Jährige hatten das Mädchen am 11. Februar 2016 auf einer Geburtstagsfeier zuerst betrunken gemacht und dann gemeinsam mit besonderer Brutalität vergewaltigt. Anschließend legten sie die 14-Jährige bei Temperaturen um den Gefrierpunkt nur mit Unterwäsche bekleidet in einem Hinterhof ab.

Eine Mitangeklagte, zum Tatzeitpunkt 15 Jahre alt, filmte das Tatgeschehen mit ihrem Handy. Sie wurde - ebenso wie ein damals 16-Jähriger - zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Der junge Mann war laut der Richterin der einzige Angeklagte, der "echte Reue" gezeigt habe. Die anderen Beschuldigten hingegen hätten im Prozess versucht, "ihre Tatbeiträge kleinzureden", und versucht, "die Verantwortung auf die anderen Angeklagten abzuwälzen", sagte Meier-Göring.

bbr/dpa

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