Hamburger Zoll Kokain im Wert von 800 Millionen Euro sichergestellt

Der Hamburger Zoll hat einen Fund von 3,8 Tonnen Kokain präsentiert - unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Die Drogen stammen aus Südamerika und sollen etwa 800 Millionen Euro wert sein.

Schwer bewaffnete Zollbeamte mit Kokainfund
DPA

Schwer bewaffnete Zollbeamte mit Kokainfund


Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen hat der Hamburger Zoll eine Rekordmenge an sichergestelltem Kokain gezeigt. Nach Angaben der Generalzolldirektion geht es um 3,8 Tonnen der Droge. Die in buntes Plastik eingeschweißten Kokainpäckchen wurden bei einer Pressekonferenz aufgestapelt. Sie lagen auf Holzpaletten, bewacht von schwer bewaffneten Spezialkräften des Zolls.

Das aus Südamerika stammende Rauschgift sei im Hamburger Hafen bei drei Aktionen im Frühjahr beschlagnahmt worden, sagte Zoll-Sprecher Stefan Kirsch. Den genauen Ort der Präsentation - eine Bundeswehrkaserne in Hamburg - gab der Zoll aus Sicherheitsgründen erst wenige Stunden vorher bekannt.

Die Drogen haben laut Behörden einen Straßenverkaufswert von etwa 800 Millionen Euro und einen Reinheitsgehalt von 85 bis 90 Prozent. Sie sollen noch im Laufe des Donnerstags an einem geheimen Ort verbrannt werden.

"Wir haben dem Markt einen Schlag versetzen können"

Der Staatssekretär im Bundesfinanzministerium Werner Gatzer sagte: "Wir haben dem Markt einen Schlag versetzen können." Er sprach vom "größten Aufgriff, den wir in Deutschland gehabt haben".

Einen Kokainfund von mehreren Tonnen hatten Fahnder in Deutschland bislang noch nicht gemacht. Im April hatte die Polizei in Leverkusen 384 Kilogramm Kokain in der Bananenreiferei eines Großhändlers sichergestellt. Die 26 Bananenkisten aus Ecuador sollen vom Hamburger Hafen mit einem Lastwagen nach Leverkusen gebracht worden sein.

Anfang des Jahres hatte der Hamburger Zoll in einem Container von der niederländischen Antilleninsel Curaçao 717 Kilogramm Kokain entdeckt. Auf eine noch größere Menge, nämlich 1,2 Tonnen, waren Hamburger Beamte im April 2010 gestoßen. Das Rauschgift war damals in einem Container aus Paraguay versteckt. 2002 hatte die hessische Polizei in Kassel 1,25 Tonnen Kokain beschlagnahmt. Die Drogen seien - in einem Melonencontainer verborgen - über den Hamburger Hafen nach Kassel gelangt, hieß es damals.

wit/dpa

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