Prozessauftakt in Hamburg Mann soll Laserstrahl auf Polizeihubschrauber gerichtet haben

Ein 27-Jähriger soll während des G20-Gipfels in Hamburg einen Hubschrauberpiloten geblendet haben. Vor Gericht kritisierten seine Verteidiger die Arbeit der Ermittler.

Der Angeklagte und sein Anwalt Oliver Klostermann im Amtsgericht Altona
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Der Angeklagte und sein Anwalt Oliver Klostermann im Amtsgericht Altona


In Hamburg hat der Prozess gegen einen 27-Jährigen begonnen, der während des G20-Gipfels den Piloten eines Polizeihubschraubers mit einem Laserstrahl geblendet haben soll. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann einen versuchten gefährlichen Eingriff in den Luftverkehr und gefährliche Körperverletzung vor.

Der Anklage zufolge richtete der gebürtige Greifswalder am Abend des 6. Juli aus dem Fenster einer Dachgeschosswohnung mehrmals einen grünen Laserstrahl auf den Polizeihubschrauber, der in einer Höhe von 400 Metern über Altona kreiste.

Der Laserstrahl habe den Piloten der "Libelle 2" und einen Flugtechniker jeweils im rechten Auge getroffen. Der Pilot konnte den Angaben zufolge mehrere Sekunden lang nichts sehen. Er habe den Helikopter aus dem Laserstrahl weggedreht, wodurch der Hubschrauber in eine Vorwärtsbewegung überging und 60 bis 90 Meter an Höhe verloren hatte.

Zunächst hatte die Staatsanwaltschaft wegen versuchten Mordes ermittelt. Bei einer Haftprüfung sah das Landgericht aber keine Anhaltspunkte dafür, dass der Angeklagte einen Absturz des Hubschraubers und damit den Tod der Besatzung billigend in Kauf genommen hätte.

In seinem Eingangsstatement vor dem Amtsgericht Altona warf Verteidiger Oliver Klostermann der Staatsanwaltschaft und der Soko "schwarzer Block" vor, den Angeklagten zu Unrecht in einen Zusammenhang mit den gewaltsamen Auseinandersetzungen bei dem G20-Gipfel zu bringen.

Eine nächtliche Durchsuchung bei seinem Mandanten ohne richterliche Genehmigung sei rechtswidrig gewesen. Die Akten seien unvollständig oder manipuliert worden, sagte Mitverteidiger Bernd Wagner.

bbr/dpa

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