Olympia-Internat Hamburg Mitschüler gequält - Strafverfahren eingestellt

Zwei Nachwuchssportler haben offenbar im Hamburger Olympia-Stützpunkt einen 14-Jährigen immer wieder geschlagen und eingesperrt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Olympia-Stützpunkt Hamburg
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Olympia-Stützpunkt Hamburg


Das Verfahren gegen einen ehemaligen Internatsschüler des Olympia-Stützpunkts Hamburg vor dem Jugendgericht Neumünster ist eingestellt worden. Das bestätigte die zuständige Staatsanwaltschaft in Kiel. "Nach Auffassung des Gerichts war eine Ermahnung ausreichend, da der Angeklagte sich einsichtig gezeigt hat und mit den Folgen der Tat außergerichtlich schon genug bestraft ist", zitierte der Deutschlandfunk einen Behördensprecher.

Gegen den damals 19 Jahre alten Internatsschüler war im Dezember 2016 Anklage erhoben worden wegen Körperverletzung, Nötigung und Freiheitsberaubung. Er soll einen jugendlichen Nachwuchsleistungssportler unter anderem in einem Karton eingesperrt haben. Das damals 14-jährige Opfer hatte sich erst nach Monaten seinen Eltern anvertraut.

Die Vorwürfe sah das Gericht als erwiesen an. Allerdings sei auf einen Lern- und Erziehungseffekt bei dem ehemaligen Angeklagten gesetzt und auf härte Maßnahmen verzichtet worden, hieß es nun. Aus ähnlichen Gründen ist auch das Verfahren gegen einen damals 18-jährigen Mittäter eingestellt worden. Eine Anklageerhebung sei "erzieherisch nicht erforderlich" gewesen, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Lübeck.

Die Stützpunktleiterin hatte im März vergangenen Jahres gesagt, Erzieher des Internats hätten nach Auffälligkeiten bei dem betroffenen Jungen recherchiert und reagiert, als sich die Verdachtsmomente bestätigten. Die beiden verdächtigen Sportler seien Anfang 2016 umgehend vom Internat suspendiert worden.

mxw/dpa



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