Tötungsdelikt 1994 in Hamburg Polizei sucht "Herzchen"

Wer tötete Waldemar D. Mitte der Neunziger? Die Hamburger Polizei fahndet nun mit einem Foto nach einem "mutmaßlichen Tatbeteiligten".

Fahndungsbild der Polizei
Polizei Hamburg

Fahndungsbild der Polizei


Am 7. Januar 1994 wurde Waldemar D. das letzte Mal lebend gesehen, anderthalb Wochen später bargen Einsatzkräfte seine Leiche aus dem Mittelkanal im Hamburger Stadtteil Hammerbrook. Die Ermittler vermuteten ein Tötungsdelikt, doch der oder die Mörder des 31-Jährigen wurden nie gefasst. Nun, fast ein Vierteljahrhundert später, startet die Polizei einen neuen Versuch, den Fall doch noch aufzuklären.

Mit einem Fahndungsfoto suchen die Cold-Case-Einheit und die Staatsanwaltschaft nach einem Mann, den sie in einer Mitteilung als "mutmaßlichen Tatbeteiligten" bezeichnen. Er soll den Spitznamen "Serduszko" tragen - Polnisch für "Herzchen".

Ebenso wie D. stamme er vermutlich aus Polen, und habe in Hamburg "im weitesten Sinne der Trinkerszene angehört", sagte Polizeisprecherin Heike Uhde. Ob oder inwiefern das etwas mit der Tat zu tun habe, müsse jedoch noch ermittelt werden. Im Jahr 1994 war es der Polizei nicht gelungen, den Tod von D. aufzuklären. "Es gab keine Hinweise, die für einen Haftbefehl ausgereicht hätten", sagte Uhde.

"Serduszko" ist laut Polizei heute vermutlich 54 bis 59 Jahre alt. Er sei ungefähr 1,80 Meter groß und in den Neunzigerjahren von kräftiger Statur gewesen. Die Ermittler haben keine Erkenntnisse zu seinem aktuellen Aufenthaltsort. Offenbar gehen sie jedoch davon aus, dass ihre Suche Erfolg haben könnte: "Ich vermute, dass der Mann noch lebt", sagt Uhde. Bislang hätten sich noch keine Zeugen gemeldet, die Hinweise auf "Herzchens" Identität, etwa seinen richtigen Namen, geben können.

Wie die Polizei nach mehr als zwei Jahrzehnten auf die Spur des Mannes kam, wollte Uhde aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen.

bbr

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