Rockerkrieg auf der Reeperbahn Sieben Schüsse auf ein Taxi

In Hamburg eskaliert der Streit zwischen verfeindeten Rockerbanden. Bei einem Angriff auf der Reeperbahn wurde ein 28-Jähriger schwer verletzt. Offenbar wollen Hells Angels ihr Revier verteidigen.

Einschusslöcher im Taxi: Angriff auf dem Kiez
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Einschusslöcher im Taxi: Angriff auf dem Kiez


Es waren filmreife Szenen, die sich am Abend auf der Hamburger Reeperbahn abspielten. Offenbar Rocker aus dem Umfeld der Hells Angels griffen ein Taxi an, in das drei Mitglieder der konkurrierenden Mongols eingestiegen waren. Auf das Taxi wurden mindestens sieben Schüsse abgefeuert, wie die Polizei mitteilte.

In dem Wagen erlitt ein 28-Jähriger eine schwere Rückenverletzung, ein 26-Jähriger trug eine leichte Blessur davon. Die Polizei setzte bei der anschließenden Fahndung 46 Streifenwagen ein und nahm zwölf Verdächtige aus dem Umfeld der Hells Angels vorläufig fest.

Taxifahrer bleibt unversehrt

Die Schüsse auf das Taxi fielen den Angaben zufolge kurz nach 22 Uhr. Die Kugeln durchschlugen die vordere und die hintere Beifahrertür. Der 46-jährige Taxifahrer sowie ein 27-jähriger Fahrgast überstanden den Angriff unverletzt.

Wegen der Mongols hatte es bereits in den vergangenen Wochen viel Unruhe im Hamburger Milieu gegeben. Auf der Reeperbahn - Machtgebiet der Hells Angels - posierten Mongols im November mit Bandidos, die wiederum als Erzfeinde der Hells Angels gelten.

Rund zwei Wochen später verprügelten mehrere Angreifer Mongols-Chef Erkan U. in dessen Wohnung und raubten seine Kutte mit den Mongols-Abzeichen - das wichtigste Symbol in der Rockerszene. Kurz darauf tauchte im Internet ein Video auf, das die Kutte am Körper einer offenbar Transsexuellen auf St. Pauli zeigte.

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Erkan U., der zuvor auch schon einem Sprengstoffanschlag auf seinen Lamborghini entgangen war, reagierte seinerseits mit wütenden Drohvideos. Anfang Dezember wurde er festgenommen. Die Polizei ermittelt unter anderem wegen Verstößen gegen das Waffengesetz.

Die Hamburger Polizei verhaftete zudem drei Verdächtige, die den 37-jährigen Mongols-Boss in dessen Wohnung verprügelt haben sollen. Wie sich nun zeigte, kehrte trotz der Ermittlungen keine Ruhe im Rotlichtmilieu ein.

Am Montagabend trafen sich auf dem Kiez mehrere Mongols-Mitglieder zum Essen. Als einige von ihnen das Lokal verließen, stießen sie auf ihre Angreifer. Nach den Schüssen auf das Taxi flohen mehrere Mongols aus dem Lokal. Dabei stürzte ein Rocker und verletzte sich laut Polizei am Bein.

Offen ist, wer auf das Taxi geschossen hat und ob es mehr als einen Schützen gab. Die Polizei fand bei ihren Ermittlungen auf dem Fluchtweg der mutmaßlichen Täter eine scharfe Schusswaffe und ein Messer.

hut/sms/dpa/AFP

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