Mordprozess in Hamburg Vater gesteht, zweijährige Tochter getötet zu haben

Sohail A. hat seine zweijährige Tochter getötet - mit diesem Geständnis begann der Prozess gegen den 34-Jährigen. Der Angeklagte bestreitet jedoch, das aus Rache getan zu haben.

Sohail A.
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Sohail A.


Im Mordprozess gegen Sohail A. hat der Angeklagte eingeräumt, seine kleine Tochter in Hamburg getötet zu haben. "Ich gestehe, am späten Nachmittag des 23. Oktober 2017 meine Tochter Ayesha getötet zu haben", hieß es in einer Erklärung, die einer seiner beiden Verteidiger vor der Strafkammer am Landgericht verlas.

Die Staatsanwältin wirft dem 34-jährigen Angeklagten Mord und fünf weitere Straftaten vor. Er habe den Kopf der Zweijährigen mit einem Messer nahezu vollständig abgetrennt. Er habe dies aus Wut und Rache getan, weil seine pakistanische Lebenspartnerin sich geweigert habe, der Mitnahme der gemeinsamen Tochter nach Pakistan zuzustimmen. Außerdem habe er sie für eine Anzeige gegen ihn wegen Misshandlungen bestrafen wollen, sagte die Staatsanwältin.

Der Angeklagte wies dieses Motiv zurück. Er sei nur verzweifelt gewesen. "Ich habe meine Tochter über alles geliebt", hieß es in der Erklärung. Das Geständnis bezog sich ausdrücklich nur auf die Tötung des Kindes, nicht die anderen Anklagepunkte.

Laut Anklage war der abgelehnte Asylbewerber schon zuvor gewalttätig geworden. Anfang Oktober habe er bei einem Streit seiner Tochter ein Messer an den Hals gehalten und der Frau gedroht: "Ich bringe jetzt Ayesha um." Erst als sich seine Lebenspartnerin für ein vermeintliches Fehlverhalten entschuldigte, habe er von dem Kind abgelassen.

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Getötetes Mädchen: Der Fall Sohail A.

Am Tattag forderte er seine Frau auf, eine Anzeige gegen ihn zurückzunehmen. Sonst würde er sie und ihren Sohn töten. Die damals 32-Jährige verließ daraufhin mit dem Sohn das Haus und ging zur Polizei. Als die Beamten die Wohnung betraten, fanden sie das tote Kind.

A. flüchtete, wenige Tage später nahm ihn die spanische Polizei in der Nähe der baskischen Stadt San Sebastián fest. Das Urteil gegen ihn könnte Anfang Juni verkündet werden.

bbr/dpa



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