Namensstreit Yoko Ono gewinnt Rechtsstreit gegen Hamburger Kneipenbesitzer

Die Künstlerin und Witwe von John Lennon, Yoko Ono, hat sich vor Gericht gegen einen Hamburger Wirt durchgesetzt. Er darf den Namen "Yoko Mono" nicht für seine Bar verwenden - hat aber noch einen Trumpf in der Hinterhand.

Yoko Ono
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Die Künstlerin Yoko Ono hat einen Rechtsstreit um die Benennung einer Hamburger Kneipe gewonnen. Das Hamburger Zivilgericht bestätigte eine einstweilige Verfügung, die einem Barbesitzer seit Mitte Juli die Verwendung des Namens "Yoko Mono" untersagt hatte.

Die 84-jährige Künstlerin, die in New York lebt, hatte geklagt. Sie meinte: Wegen der Namensähnlichkeit bestehe Verwechslungsgefahr. Die Richter folgten dieser Argumentation. Menschen könnten denken, die Hamburger Szene-Bar habe etwas mit der Witwe des Beatles-Musikers John Lennon zu tun, hieß es.

Die Bezeichnung "Yoko Mono" sei dem weltweit bekannten Namen der Klägerin so ähnlich, "dass ein Beobachter mit hinreichender Wahrscheinlichkeit von einer - wie auch immer gearteten - Beziehung zwischen der Klägerin und der Bar ausgehen wird", sagte ein Gerichtssprecher. "Die Annahme einer lediglich zufälligen Übereinstimmung ist jedenfalls fernliegend."

"Yoko" wurde gestrichen

Der Wirt reagierte enttäuscht. "Ich bin schon traurig, was hier gerade geschieht. Wir hatten gehofft, dass wir den Namen behalten können." Seine Bar im Hamburger Karolinenviertel hatte über Jahre "Yoko Mono" geheißen, ohne dass es Beschwerden gegeben hatte. Nach der einstweiligen Verfügung im Sommer war der Barbesitzer der Aufforderung nachgekommen, den Namen zu ändern - und hatte kurzerhand den ersten Teil des Namens "Yoko" gestrichen.

Die Bar wurde wenig später geschlossen - allerdings nicht wegen Streitigkeiten um den Namen. Nach Angaben des Barbesitzers ging es um einen jahrelangen Zwist mit dem Vermieter. Der Wirt hat das "Mono" inzwischen in einem anderen Hamburger Stadtteil wiedereröffnet. Der Barbetreiber und sein Anwalt sind noch unentschieden, ob sie die Entscheidung respektieren - oder das Hanseatische Oberlandesgericht anrufen. "Wir behalten uns alle Schritte offen", sagte der Anwalt.

Einen kleinen Triumph kann der Barbesitzer ohnehin noch für sich verbuchen. Seit 2015 betreibt er im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel noch eine andere Kneipe mit dem Namen: John Lemon. Unklar ist, ob und wie lange er damit unbehelligt davon kommt.

Yoko Ono hat in einem sehr ähnlichen Fall bereits gezeigt, dass sei bei Namensähnlichkeiten keinen Spaß versteht: Vor wenigen Wochen setzte sie durch, dass die Limonade einer polnischen Firma ihren Namen ändern muss, wie die Tageszeitung "Dziennik Zachodni" berichtete. Der Name des Getränks: John Lemon.

Der Name "John Lemon" verletze die Persönlichkeits- und Markenrechte des verstorbenen John Lennon, hieß es dem Bericht zufolge von Yoko Onos Anwälten. Die Firma habe das Vermächtnis John Lennons missbraucht, um ihren Softdrink zu verkaufen. Am Ende einigte man sich auf den neuen Namen: "On Lemon".

fok/dpa



insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
charlybird 17.11.2017
1. Lächerlicher Krempel.
Aber auf der einen Seite muss die Langeweile einer talentlosen Witwe wohl dafür herhalten, und die beschäftigten Anwälte andererseits müssen auch schauen, wo sich da ''Märkte'' auftun, um solche frappanten Gesetzesverstöße, selbstverständlich vollkommen uneigennützig und nur dem Recht dienend, bragotechnisch sinnvoll auszunutzen.
FrauSchlauer 17.11.2017
2. wie albern...
...wer von den Gästen kennt denn bitte noch Yoko Ono, die Dame möchte sich wohl wieder ins Gespräch bringen :-)
sefopo 17.11.2017
3. Joko wer?
Ich musste die Dame erst mal googlen. Anscheinend hat sie es vor Jahrzehnten irgendwie geschafft, sich an den Ruhm der Beatles allgemein und ganz speziell John Lennons anzuhängen. Was mir neu ist, ist die Idee des Gerichts, der längst verblasste Name der Dame sei schützenswert. Dann darf ich eine Bar vermutlich auch nicht Lieschen Müller nennen....
Mr.Slytherin 17.11.2017
4. Mono
"Der Wirt hat das "Mono" inzwischen in einem anderen Hamburger Stadtteil wiedereröffnet. " Dann kann er ja ein "Stereo" draus machen - vielleicht sogar ein "5.1". Oder einfach "Sonny Mono" - aber wird er dann als nächstes von Cher verklagt??
Abel Frühstück 17.11.2017
5.
Ich kann Yoko Ono verstehen. Als die Bar einst im Karoviertel eröffnet wurde, war das ja ganz spaßig. Nach 12 Jahren oder so wird einem aber sicher auch mal ein anderer Witz eingefallen sein. Der Umzug wäre also eine gute Gelgenheit für eine Neubenennung gewesen. Ich kann nur den Kopf schütteln, wenn hier stur am Rechtsweg festgehalten werden sollte. Albern. Anders als #1 meint, ist Yoko Ono übrigens alles andere als "talentlos". Das ist in dieser Sache ansonsten aber auch völlig unerheblich.
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