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Messerattacke auf Rocker: Hamburger Ermittler nehmen drei Verdächtige fest

Die Reeperbahn in Hamburg: Mongols und Hells Angels streiten um Einfluss Zur Großansicht
DPA

Die Reeperbahn in Hamburg: Mongols und Hells Angels streiten um Einfluss

Hells Angels gegen Mongols: In Hamburg tobt ein erbitterter Streit zwischen den Rockerbanden. Nach einem Messerangriff auf ein Mongols-Mitglied nahm die Polizei nun drei Verdächtige fest. Sie will den Druck aufrechterhalten.

Im Hamburger Rockerstreit haben die Fahnder einen Erfolg verbucht. Drei Männer im Alter von 21, 23 und 24 Jahren seien am Dienstagabend verhaftet worden, teilte die Polizei mit. Sie werden der gefährlichen Körperverletzung beschuldigt und sollen einen 26-Jährigen mit Messerstichen schwer verletzt haben.

Der Mongols-Rocker war am 2. Januar gefunden und in ein Krankenhaus gebracht worden. Tage zuvor war der Mann schon bei einer Rocker-Schießerei nahe der Reeperbahn verletzt worden. Die Polizei geht davon aus, dass die mutmaßlichen Täter Hells Angels sind.

Seit Monaten gibt es Streit zwischen den Mongols und den Hells Angels im Hamburger Rotlichtviertel. Dabei wurde Ende Dezember auf der Reeperbahn ein Taxi von mehreren Schüssen durchsiebt. Zwei Mongols-Rocker waren dabei verletzt worden, einer davon schwer. Zwölf Tatverdächtige aus dem Umfeld der "Hells Angels" kamen damals mangels Beweisen wieder frei. Im Zuge dessen wurde eine Sonderkommission gegen Rockerkriminalität gegründet, die Soko Rocker.

Weitere Razzien im Milieu

Die Polizei hatte auf die Messer-Attacke bereits mit Razzien reagiert und Hamburger Wohnungen durchsucht. Nachdem kein Tatverdächtiger angetroffen worden war, erwirkte die Staatsanwaltschaft Haftbefehle. Bei der weiteren Fahndung stießen die Ermittler auf einen Treffpunkt der drei Beschuldigten. Nachdem das Trio diese Wohnung am Dienstagabend verlassen und ein Taxi sowie ein weiteres Fahrzeug bestiegen hatte, stoppten Beamte des Mobilen Einsatzkommandos die Fahrzeuge. Die Männer kamen in Untersuchungshaft.

Am gleichen Abend setzte die Soko ihre Razzien in einem Bordell und einem Lokal fort. Im Stadtteil Hammerbrook seien 15, auf St. Pauli vier Personen - darunter zwei aus dem Rockermilieu - überprüft worden, teilte die Polizei mit. Es sei eine geringe Menge Rauschgift sichergestellt worden. Die Razzien würden fortgesetzt, hieß es.

brt/dpa

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Die großen Rockerklubs
Hells Angels
Hells Angels ist die Abkürzung für den berüchtigten Hells Angels Motorcycle Club und zugleich die Bezeichnung für ihre Mitglieder. Von den Rockern, die typischerweise Harley-Davidson-Motorräder fahren, gelten viele als gewalttätig und kriminell; die Angels sind eine der umstrittensten Biker-Vereinigungen.
Bandidos
Die Bandidos sind ein Rocker- und Motorradclan, der aufgrund nachgewiesener Nähe einzelner Mitglieder zur organisierten Kriminalität umstritten ist. Die langjährige Feindschaft zwischen den Bandidos und den Hells Angels führte immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen unter den Rockern.
Outlaws MC
Einer der größten und ältesten Motorradklubs der Welt. Der Outlaws MC taucht, wie alle anderen großen Bikergangs auch, regelmäßig in den Verfassungsschutzberichten der Länder auf.
Gremium MC
Der letzte große Motorradklub deutschen Ursprungs, der sich bisher keiner internationalen Biker-Vereinigung, wie z. B. den Hells Angels, Bandidos oder den Outlaws, angeschlossen hat. Laut Berichten des Verfassungsschutzes steht der Verein immer wieder in Verbindung mit illegalem Menschen-, Drogen- und Waffenhandel.

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