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Jugendgefängnis in Hameln: Häftlinge sollen Mitgefangenen misshandelt haben

Sie sollen ihn geschlagen, gefesselt und zu Arbeiten gezwungen haben: Vier Häftlingen aus dem Jugendgefängnis Hameln wird vorgeworfen, über mehrere Wochen einen 15-Jährigen gequält zu haben.

Hameln - Vier Gefangene der Jugendanstalt Hameln sollen einen 15-jährigen Mitgefangenen systematisch misshandelt und gequält haben. Die Täter hätten ihr Opfer laut Anklage über einen Zeitraum von rund zweieinhalb Wochen schikaniert, gedemütigt und verletzt, sagte eine Sprecherin des Amtsgerichts Hameln.

Die "Deister- und Weserzeitung" hatte berichtet, der 15-Jährige sei unter anderem kopfüber aufgehängt, mit Besenstil, Gürtel und Kabel geschlagen und gefesselt unter die kalte Dusche gelegt worden. Einem der mutmaßlichen Täter werde auch vorgeworfen, auf das Opfer uriniert zu haben, sagte die Gerichtssprecherin. Der Jugendliche habe für seine Peiniger zudem Frondienste leisten und putzen müssen.

Polizei und Justiz hatten über die Vorfälle, die sich bereits zu Beginn dieses Jahres ereignet haben sollen, nicht berichtet. Die Häftlinge sollten sich ursprünglich in dieser Woche vor dem Amtsgericht Hameln verantworten. Der Prozess wurde wegen Krankheit einer Richterin aber ausgesetzt.

Die Jugendanstalt Hameln ist nach eigenen Angaben die größte Jugendstrafvollzugseinrichtung in Deutschland. Insgesamt verfügt sie derzeit über 711 Haftplätze. Die Gefangenen sind 14 bis 24 Jahre alt.

ulz/dpa

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