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Hameln: Tumulte nach tödlichem Sturz aus Gericht

Nach dem Tod eines mutmaßlichen Tankstellenräubers ist es in Hameln zu Ausschreitungen gekommen. Der 26-Jährige war aus dem siebten Stock des Gerichts gestürzt. Danach gerieten Angehörige und Polizisten aneinander, zwölf Beamte wurden verletzt.

Hameln - In Hameln haben sich am Mittwochabend tumultartige Szenen abgespielt: Erst stürzte ein mutmaßlicher Räuber aus dem siebten Stock des Amtsgerichts, dann stießen Angehörige und die Polizei zusammen. Bei den Ausschreitungen in Niedersachsen wurden mindestens zwölf Polizisten verletzt, wie ein Polizeisprecher sagte.

Der mutmaßliche Räuber war zuvor nach Angaben der Staatsanwaltschaft Hannover aus einem Fenster des Gerichts gestürzt. Wie genau der Unfall passierte, ist noch unklar. Aus Polizeikreisen hieß es, der Mann habe vermutlich flüchten wollen. Damit sich der Angeklagte ungestört mit seinem Anwalt beraten konnte, hätten sich die Beamten für kurze Zeit zurückgezogen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Hannover dem NDR. In einem unbeobachteten Moment sei der Mann dann aus dem Fenster geklettert. Der 26-Jährige stand im Verdacht, am Dienstag bei Hameln eine Tankstelle ausgeraubt zu haben.

Nach dem Sturz wurde der Mann in ein Krankenhaus gebracht, für ihn kam aber jede Hilfe zu spät. Nach ersten Ausschreitungen durch wartende Angehörige vor dem Gerichtsgebäude versammelten sich später etwa 30 Familienmitglieder vor der Klinik. Sie schleuderten nach Polizeiangaben Pflastersteine. Mehrere Beamte seien getroffen worden. Beide Seiten setzten Pfefferspray ein. Dabei gab es ebenfalls Verletzte.

Der NDR berichtete unter Berufung auf Polizeiangaben, es sei zu dem Vorfall gekommen, weil die Familie den Leichnam des Verstorbenen begutachten wollte. Dieser sei allerdings beschlagnahmt gewesen. Die Familie des 26-Jährigen glaubt dem Bericht zufolge nicht an einen Fluchtversuch.

Hamelns Landrat Tjark Bartels sagte: "Wir haben eine Tragödie und eine schreckliche Gewalteskalation erlebt." Er sei entsetzt über die hemmungslose Gewalt gegen Polizisten und Sanitäter, die am Einsatzort zur Hilfe geeilt seien.

wit/dpa

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