Hanau in Hessen Gesicht verstümmelt - Gericht verhängt zwölf Jahre Haft

2016 entstellte ein Mann einem damals 18-Jährigen das Gesicht. In einem ersten Prozess wurde der Täter zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt. Das Urteil in einem neuen Verfahren fiel nun härter aus.

Angeklagter im Landgericht Hanau (Archiv)
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Angeklagter im Landgericht Hanau (Archiv)


In einem Prozess zur Gesichtsverstümmelung eines Mannes hat das Landgericht Hanau in Hessen den Angeklagten zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Die Richter verhängten die Strafe wegen gefährlicher und beabsichtigter schwerer Körperverletzung. Zu der Tat war es im Oktober 2016 in einer Wohnung in Schlüchtern östlich von Frankfurt gekommen.

Dort hatte der Flüchtling aus Eritrea dem damals 18-jährigen Somalier, ebenfalls ein Flüchtling, in den Hals gestochen. Laut Anklage entstellte er ihm mit Stichen und Schnitten von Messern und Bissen das Gesicht. Augen und Ohren wurden schwer verletzt, das Opfer ist seitdem nahezu blind.

Der Angeklagte, der einem Gutachten zufolge mindestens 27 Jahre alt ist, war im Juni 2017 zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht musste sich aber erneut mit dem Fall befassen, weil der Bundesgerichtshof das erste Urteil wegen Rechtsfehlern aufgehoben hatte.

Die Staatsanwaltschaft hatte 15 Jahre gefordert und von "beispiellosem Sadismus" gesprochen. Die Verteidigung forderte in ihrem Schlussvortrag, die Strafe solle neuneinhalb Jahre nicht übersteigen. Die Verteidigung kündigte nach dem Urteil an, in Revision gehen zu wollen. Die Staatsanwaltschaft will diese Option prüfen. Man sei aber geneigt - auch im Sinne des Rechtsfriedens - das Urteil zu akzeptieren.

bbr//bam/dpa

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