Hannover Morddrohungen nach Einschläferung von Hund Chico

Staffordshire-Mischling Chico biss zwei Menschen tot, er wurde eingeschläfert. Nun erhalten Tierärzte und Behördenmitarbeiter Morddrohungen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Staffordshire-Terrier-Mischling Chico (Archiv)
DPA

Staffordshire-Terrier-Mischling Chico (Archiv)


Wegen Morddrohungen gegen Tierärzte und Behördenmitarbeiter, die den Hund Chico einschläfern ließen, hat die Staatsanwaltschaft Hannover ein Verfahren wegen des Verdachts der Aufforderung zu Straftaten eingeleitet. Das teilte Oberstaatsanwalt Thomas Klinge mit.

Der Staffordshire-Mischling Chico war am Montag bei einer Untersuchung noch in der Narkose eingeschläfert worden, weil er unter einer schweren Kieferverletzung litt und zudem nur allein hätte gehalten werden können. Er hatte vor zwei Wochen seinen 27 Jahre alten Besitzer und dessen Mutter totgebissen.

Fast 300.000 Menschen unterzeichneten daraufhin eine Onlinepetition gegen die Tötung des Tieres. In den Drohmails wurde Klinge zufolge unter anderem die Todesstrafe für alle Verantwortlichen gefordert.

Wie die Stadt einräumte, hätte der unter Betreuung stehende Mann den aggressiven Hund gar nicht halten dürfen. Schon 2011 hatte das Veterinäramt entsprechende Hinweise erhalten. (Fragen und Antworten zur Kampfhund-Debatte finden Sie hier.)

Erklärvideo Normalnull: So gefährlich sind Hunde

Tierfreunde wollen am Wochenende eine Mahnwache für Chico abhalten. Für Sonntag sei eine Versammlung mit 80 bis 100 Teilnehmern angekündigt worden, sagte ein Polizeisprecher in Hannover. Zuvor war bei Facebook eine Veranstaltungsankündigung aufgetaucht: "Ihr dürft Kerzen und Plakate mitbringen", heißt es darin.

wit/dpa

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