Klage in Hannover Säure-Opfer fordert 250.000 Euro Schmerzensgeld

Mit einem Säure-Angriff wurde Vanessa Münstermann schwer verletzt, ihr Ex-Freund sitzt deswegen eine lange Haftstrafe ab. In einem Zivilprozess fordert sie nun Schmerzensgeld von dem Täter.

Vanessa Münstermann
DPA

Vanessa Münstermann


Vanessa Münstermann wurde von ihrem Ex-Freund Daniel F. die linke Gesichtshälfte verätzt. Das Landgericht Hannover verurteilte den Täter im August 2016 zu zwölf Jahren Haft. Nun verlangt Münstermann in einem Zivilverfahren 250.000 Euro Schmerzensgeld von ihrem Ex-Freund.

Der Betrag sei für deutsche Verhältnisse hoch, aber es sei "eine extreme Tat mit extremen Folgen" gewesen, sagte die Richterin Stefanie Pillusch am ersten Verhandlungstag. Die Kammer des Gerichts halte die Größenordnung der Summe für erforderlich.

Der Anwalt des Täters lehnte die Klage dagegen ab. Um eine solche Summe zu zahlen, habe sein Mandant kein Geld. Daniel F. hat weder eine Schul- noch eine Berufsausbildung.

Die Eltern des Täters hatten Münstermann wenige Monate nach der Tat 50.000 Euro zukommen lassen. Weitere 100.000 Euro hatten sie in Aussicht gestellt, wenn Münstermann nicht mehr in der Öffentlichkeit über den Täter sprechen würde. Das wollte sie nicht akzeptieren, die öffentlichen Auftritte seien für sie auch Therapie.

Münstermann hatte bei dem Angriff ein Auge und ein Ohr verloren und wird sich in Zukunft noch vielen Operationen unterziehen müssen. Die Zivilkammer will am 2. Oktober ihr Urteil verkünden.

fek/dpa



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.