Vorwurf der Vergewaltigung Grand Jury erhebt Anklage gegen Weinstein

Eine Grand Jury in New York hat Harvey Weinstein wegen sexueller Übergriffe angeklagt. Von der Staatsanwaltschaft heißt es, man sei damit dem Ziel nähergekommen, den Angeklagten zur Rechenschaft zu ziehen.

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Der einstige Hollywood-Mogul Harvey Weinstein ist am Mittwoch von einer Grand Jury in New York wegen sexueller Übergriffe angeklagt worden. Das Gremium wirft dem Filmproduzenten Vergewaltigung und erzwungenen Oralsex vor. Die Vorwürfe entsprechen der Anklage, die die Staatsanwaltschaft am vorigen Freitag gegen Weinstein vorgebracht hatte.

Mit der Grand-Jury-Entscheidung sei man dem Ziel nähergekommen, den Angeklagten für seine Vergehen zur Rechenschaft zu ziehen, erklärte Staatsanwalt Cyrus Vance. Die Ermittlungen gegen Weinstein dauerten an, er fordere "weitere Überlebende und andere mit relevanten Informationen" auf, sich zu melden.

Eine Grand Jury wird eingeschaltet, um vorliegende Beweise in möglichen Verbrechensfällen zu prüfen und zu entscheiden, ob Anklage erhoben werden soll. Das Verfahren erfolgt hinter verschlossenen Türen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, lehnte Weinstein es am Mittwoch ab, vor der Grand Jury auszusagen.

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Sexuelle Belästigung und Vergewaltigung: Die Vorwürfe gegen Harvey Weinstein

Zahlreiche Frauen haben Weinstein sexuelle Übergriffe und teils Vergewaltigung vorgeworfen. Der Staatsanwaltschaft zufolge geht es um Vorfälle aus den Jahren 2013 und 2004. Die Ermittlungen liefen seit Monaten (mehr zu den Fakten im Fall Weinstein lesen Sie hier).

Weinstein hat Fehlverhalten eingeräumt, bisher aber Anschuldigungen von nicht einvernehmlichem Sex zurückgewiesen. Am vergangenen Freitag hatte er sich in Begleitung von Anwälten in ein Gebäude der New Yorker Polizei im Süden Manhattans begeben, um sich den Behörden zu stellen. Sein Anwalt Ben Brafman, einer der erfolgreichsten Strafverteidiger der USA, erklärte dabei, sein Mandant sei unschuldig. Das wiederholte er auch am Mittwoch: "Wir werden uns bald formell dafür einsetzen, dass die Anklage fallengelassen wird, und sollte dieser Fall tatsächlich vor Gericht kommen, rechnen wir mit einem Freispruch für Herrn Weinstein."

Gegen Zahlung einer Kaution von einer Million Dollar war Weinstein am vergangenen Freitag freigekommen, er muss aber ein Überwachungsgerät tragen und um Erlaubnis bitten, wenn er die US-Bundesstaaten New York und Connecticut verlassen will. Die nächste Gerichtsanhörung soll am 30. Juli stattfinden.

Video: Weinstein stellt sich der Polizei

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Mehr als hundert Frauen werfen Weinstein sexuelle Übergriffe vor. Die Anschuldigungen gegen ihn kamen zuerst im Herbst 2017 auf und traten die #MeToo-Debatte los, eine internationale Bewegung gegen Belästigung und Diskriminierung am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft allgemein.

aar/dpa/Reuters

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