US-Filmproduzent Weinstein wegen Vergewaltigung angeklagt

Harvey Weinstein soll Dutzende Frauen missbraucht haben. Nachdem er sich bei der Polizei gestellt hatte, erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen ihn - und dankte den "mutigen Opfern" für ihre Hilfe.

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Der einstige Hollywood-Mogul Harvey Weinstein ist wegen sexueller Übergriffe vor einem Gericht in New York angeklagt worden. Weinstein würden Vergewaltigung und ein krimineller sexueller Akt vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Demnach geht es um Vorfälle aus den Jahren 2013 und 2004.

Die Kaution wurde auf eine Million Dollar festgesetzt. Weinstein bekomme ein Überwachungsgerät, hieß es von der Staatsanwaltschaft. Er habe seinen Pass abgegeben und müsse um Erlaubnis bitten, wenn er die US-Bundesstaaten New York und Connecticut verlassen wolle. Die nächste Gerichtsanhörung wurde für den 30. Juli angesetzt.

"Die heutige Anklage zeigt bedeutenden Fortschritt in dieser andauernden Untersuchung", sagte Staatsanwalt Cyrus Vance. "Mein Dank gilt den mutigen Opfern, die sich gemeldet haben, und den Ermittlern meiner Behörde, die unermüdlich an dieser Untersuchung gearbeitet haben." Vance bat mögliche weitere Opfer von Weinstein, sich zu melden.

Der einstige Hollywood-Mogul hatte sich am frühen Morgen in Begleitung von Anwälten in ein Gebäude der New Yorker Polizei im Süden Manhattans begeben, um sich den Behörden zu stellen.

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Sexuelle Belästigung und Vergewaltigung: Die Vorwürfe gegen Harvey Weinstein

Weinsteins Anwalt Ben Brafman, einer der erfolgreichsten Strafverteidiger der USA, erklärte sein Mandant sei unschuldig: "Herr Weinstein hat immer gesagt, dass er niemals nicht-einvernehmlichen Sex mit jemanden hatte." Die heutigen Vorgänge hätten seine Position nicht geändert: "Er ist weiterhin davon überzeugt, in den heute vorgebrachten Anklagepunkten unschuldig zu sein, und ist sicher, dass er komplett entlastet werden wird."

Mehr als hundert Frauen werfen Weinstein sexuelle Übergriffe vor. Der einst einflussreiche Filmproduzent hat Fehlverhalten eingeräumt, bisher aber Anschuldigungen von nicht einvernehmlichem Sex zurückgewiesen.

Die Anschuldigungen gegen ihn kamen zuerst im Herbst 2017 auf und traten die #MeToo-Debatte los, eine internationale Bewegung gegen Belästigung und Diskriminierung am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft allgemein.

bbr/dpa

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