Urteil in Dresden Randalierer von Heidenau zu Haftstrafe verurteilt

Bei den rechtsextremen Ausschreitungen in Heidenau 2015 soll er Gegenstände auf Polizisten geworfen haben: Ein Gericht hat gegen einen 20-Jährigen eine Haftstrafe von zwei Jahren und acht Monaten verhängt.

Polizeieinsatz in Heidenau 2015
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Polizeieinsatz in Heidenau 2015


Das Dresdner Amtsgericht hat im Zusammenhang mit den fremdenfeindlichen Ausschreitungen im sächsischen Heidenau einen jungen Mann zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und acht Monaten verurteilt. Der 20-Jährige habe sich vor zwei Jahren des besonders schweren Landfriedensbruchs schuldig gemacht, teilten das Landeskriminalamt Sachsen und die Generalstaatsanwaltschaft mit.

Auch wegen weiteren Straftaten wie das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Körperverletzung und Sachbeschädigung wurde er demnach schuldig gesprochen. Das Urteil, das bereits am 29. September fiel, ist noch nicht rechtskräftig.

Im August 2015 hatten Rechtsextreme in Heidenau vor einem früheren Baumarkt randaliert, in dem eine Flüchtlingsunterkunft eingerichtet werden sollte. Drei Nächte in Folge kam es in der Kleinstadt zu Ausschreitungen. Die Krawalle sorgten auch im Ausland für Entsetzen. Bundeskanzlerin Angela Merkel war bei ihrem Besuch in Heidenau wenige Tage später mit Schmähparolen empfangen worden. Etwa 30 Polizisten wurden verletzt.

Auch der nun Verurteilte hatte dabei nach Überzeugung des Gerichts Polizisten angegriffen. Er warf demnach Gegenstände in Richtung der Beamten, mehrere Menschen seien dadurch verletzt worden.

Der in Untersuchungshaft sitzende Mann konnte den Angaben zufolge durch Hinweise, Fotos und Videos sowie Zeugenaussagen identifiziert werden.

apr/dpa

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